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[Clau]suren entstand, besonders, wenn nun die Bewohner des Dorfes diese sämmtliche Clausuren gemeinschaftlich besaßen und benutzten. Solche Beunen mögen wohl namentlich die bei Echzell und bei Bingenheim gewesen sein, von welchen die erstere unmittelbar an die Haingärten mit dem Haingraben, die letztere inmittelbar an die Schanzengärten mit dem Schanzengraben anstößt, welch Beides darauf hindeuten könnte, daß wohl die frühesten Inhaber einer Beune (clausura), bei ihrem Hofe, wie ihr Acker- und Gras-, so auch ihr Holzfeld hatten, welches vielleicht das Ganze ringsum oder wenigstens theilweise umgab. Was die Annahme betrifft, daß die Bezeichnung Beune, mit dem römischen Colonate in Verbindung zu denken sei, so spricht wohl gegen dieselbe zunächst, daß diese Bezeichnung eben nicht römisch, sondern deutsch ist, sodann aber auch der Umstand, daß selbst Orte des höchsten Vogelsbergs ihre Beunen haben, in deren Gemarkungen wohl nie ein Römer geathmet haben mag. Manche erklären Beune durch Baumstück, Baumland, wahrscheinlich, weil ein solches Grundstück immer ganz dicht an einem Orte liegt, vielleicht auch, weil sie diese Bezeichnung als aus Baumgärten entstanden sich denken, welchen Namen hier und da ebenfalls dicht an den Orten gelegene Baumstücke noch jetzt tragen, wie z. B. ein Baumstück bei Gedern. Für Baumstücke finden sich aber bekanntlich andere alte Bezeichnungen, wie Boländer (im Munde des Volks Bolenner) = Baumländer, z. B. von einem Bezirke zwischen Nidda und Borsdorf, am Harbwalde, und Bangart, Bangerten, = Baumgarten, wie z. B. von einem Baumgarten bei Bingenheim, welcher sogar nur einige Schritte von der dasigen Beune entfernt ist. Und da die Hausgärten, auf welche die Beunen gewöhnlich anstoßen, in der Regel mit Obstbäumen besetzt sind, so ist doch wohl nicht anzunehmen, daß man jene Grundstücke durch „Baumstück“ noch besonders hätte bezeichnen wollen. Auch kann man nicht wohl geneigt sein, in manchen Orten des Vogelsbergs, die eine Beune haben, Obstbaumstücke zu suchen. Und wenn man gar die Beunen als frühere Wingerte will gelten lassen; dann kann man nichts anderes entgegenhalten, als daß selbst die Beunen in der Wetterau sich nicht sonderlich zum Weinbau eignen, und daß selbst die kühnste Phantasie bei Orten
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