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des höchsten Vogelsbergs, welche eine Beune haben, z. B. bei Michelbach und Rüdingshain, gewiß eher alles Andere, als einen Wingert wird suchen wollen.

Gelnhaar.                                         Erdmann, Pfarrer.

 

2. Brühl; Beunen.

Zur Ergänzung der in Nr. 1 dieser Blätter S. 32 u. 33 über obige Namen gegebenen Erläuterungen, diene die Bemerkung, daß beide Flurbenennungen auch mehrfach in der Provinz Starkenburg vorkommen. So trägt namentlich ein nächst dem Dorfe Messel gelegenes Gewannstück, welches Gemeindeeigenthum, und in einzelnenen Parcellen als sogenannte „Kappusländer“ unter die einzelnen Ortsbürger zur lebenslänglicher Nutznießung vertheilt ist, noch jetzt die Benennung „im Brühl“. Auch in Pfungstadt gab es früher sogenannte „Brühlländer“, welche gleichfalls als Gemeindeallmenden zum Gemüßbau in einzelnen Parcellen unter den Gemeindeangehörigen vertheilt waren, vor etwa 20 Jahren aber von der Gemeinde eingezogen, zusammengelegt, entwässert, und als größere Aecker an Einzelne verkauft wurden. An beiden Orten stießen diese Grundstücke an Wiesen an, und mochten vor ihrer Entwässerung nur einen geringen Ertrag ergeben haben. Da ähnliche Verhältnisse sich auch bei den, mit diesem Namen bezeichneten Grundstücken in Oberhessen sich zeigen, so mag der Name Brühl ein Allmendstück von geringem Werth bezeichnet haben.

Den Namen „die Beunen oder die Heidenäcker“ welche gleichzeitig in den alten und neueren Flurbüchern vorkommen, trägt gleichfalls ein Gewann zu Pfungstadt an der von Griesheim dahin führenden sehr alten Geleitsstraße, die in den älteren Flurbüchern gleichfalls auch den Namen „die Heidenstraße“ (Römerstraße?) führt. Die Beunengüter scheinen ihren Ursprung in den ehemaligen römischen Soldgütern zu haben, da diese Benennung gerade sich vorzugsweise da bis jetzt fand, wo sich notorische Spuren römischen Ansitzes zeigen, wie dieß namentlich in und bei Pfungstadt der Fall ist. Für diese Annahme möchte auch sprechen, daß auch zu Brensbach, der alte Weg nach der Böllsteiner Höhe und Erbach, den Namen „Römergasse“ führt, an deren Ende der sogenannte „Beunenberg“ angrenzt, wo früher geschlossenes Gelände gelegen, welches den Namen „Beune“ führt (Archiv f. Hess. Gesch. V. 3, 546 Note ).

Dr. H. E. Scriba.         

 

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