|
. |
32
„Bei dieser Stadt (Alsfeld) und besonders Grebe-„nau hebt sich an der Abtswald und am Ingang desselben die Schwalm“. Sodann heißt es in Merians Topographia Hassiae pag. 72: „Schotten, ein feines Städtlein, liegt eine Meil oberhalb Nidda am Vogelsberg, nächst dem Abtswald, in einem fruchtbaren Thal.“– Nach der diesem Werke beigegebenen, freilich sehr ungenauen Charte von Oberhessen, in welcher auch dieser „Abtswald“ eingezeichnet ist, zieht sich derselbe von Laubach bis in die Nähe von Alsfeld. Dagegen sagt Winkelmann im I. Theile der „Beschreibung der Fürstenthümer Hessen und Hersfeld auf S. 50: „Im Amt Ulrichstein liegt der Brandhorst oder der Abtswald; ist ein hoher oder kalter Wald, darinnen viele gefährliche Brüche sind.“ Dieser Brandhorst ist dem Unterzeichneten ebenfalls unbekannt; es scheint aber bloß ein einzelner bewaldeter Berg zu sein. Jedenfalls weist Winkelmann dem Abtswalde, indem er ihn blos auf das Amt Ulrichstein beschränkt, einen viel geringeren Umfang an, als Dilich und Merian. Diesen verschiedenen Angaben gegenüber wäre es von Interesse, wenn ein localkundiger Geschichtsfreund über die Lage und die Gränzen des hier in Rede stehenden Forstes nähere Auskunft ertheilen wollte. Sonderbar ist es jedenfalls, daß der Name eines Waldes, welcher nach Dilich und Merian eine Länge von etwa sechs Stunden gehabt haben soll, seither ganz verschwunden ist; wenigstens findet man ihn auf keiner neueren Charte angegeben. Sollte der Name „Abtswald“ sich vielleicht auf die Abtei Hersfeld beziehen? - Es läßt sich dieses deßhalb vermuthen, weil der Anbau der auf der Merianischen Charte mit „Abtswald“ bezeichneten Gegend wahrscheinlich von dieser Abtei ausgegangen ist; auch waren bekanntlich Laubach, Ruppertsburg und Großeneichen in alter Zeit hersfeldische Besitzungen. (S. Schmid’s Gesch. v. Hessen II. S. 139 und 140 ). Beerfelden. A. Decker.
|
.. |