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Seit den anerkannt trefflichen Untersuchungen v. Fichard’s über die Entstehung der Stadt Frankfurt sind weitere Forschungen über diesen Gegenstand nicht bekannt worden und man blieb bei dem stehen, was Fichard über die Erbauung der Pfalz Frankfurt durch Carl den Großen, deren Stelle u. s. w. gesagt hatte. In dem so eben erscheinenden Werke „Beiträge zur Geschichte der Stadt Frankfurt a. M. und ihres Gebietes, von der ersten geschichtlichen Kenntniß bis zum zehnten Jahrhundert von Dr. Römer-Büchner“ (Frankfurt 1853) sind nun die Untersuchungen über die Urgeschichte Frankfurts wieder auf genommen und wenn man auch nicht alle Ansichten des Verfassers theilen kann, so wird doch der reiche und vielfach anregende Inhalt des Buchs bei allen Freunden der Geschichte Frankfurts und seiner Umgegend volle Anerkennung finden. Nach einigen einleitenden Bemerkungen über den früheren Lauf des Mains und die wechselnden Bewohner der Gegend stellt der Verfasser die Gründe zusammen, welche die Annahme rechtfertigen, daß schon in römischer Zeit an der Stelle des heutigen Frankfurt ein bewohnter Ort gestanden und der erste Anbau auf dem s. g. Fischerfelde stattgefunden habe. Sodann sucht er die schon von älteren Schriftstellern aufgestellte Meinung zu bestärken, daß bereits die merovingischen Könige hier eine villa regia gehabt haben und weist deren Stelle mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem linken Mainufer nach, da wo jetzt das Deutschordenshaus steht. Dann hier, wo der alte große Reichswald sich bis ans Ufer hinzog, war nur Reichsboden, hier finden sich später alle Sitze und Höfe der Reichs-Ministerialen, während in Frankfurt auf dem rechten Mainufer keine vorkommen, hier hatten namentlich die Münzenberger großes reichlehnbares Besitzthum, auf welchem (in proprietate imperii) Cuno ein Hospital stiftete und dieses gab dann 1221 K. Friedrich II. dem deutschen Orden. Wohl mag daher auch die Stelle, an welcher der alte merovingische Königshof stand, später den Münzenberger als ein Reichslehn gegeben worden sein. Gegen Fichard’s Ansicht behauptet deswegen der Verfasser, daß Carl der Große keinen neuen Palast in Frankfurt erbaut, sondern die alte villa regia auf dem linken Ufer benutzt habe, wonach dann auch die Stelle der jetzigen Leonhardskirche nicht mehr für die des Karolin-[gischen]

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