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[Karolin]gischen Palastes zu halten ist. Erst Ludwig der Fromme ließ in Frankfurt einen neuen Palast bauen, den er 822 bezog und der den Raum des jetzigen Saalhofs bis zum Schlachthause einnnahm. Von ihm rührt daher auch die erste capella regia in Frankfurt, die 874 erwähnte Mariencapelle her, und der Verfasser macht wahrscheinlich, daß diese auf dem jetzigen Hühnermarkt stand, da diese Gegend lange Zeit noch als Friedhof bezeichnet wird. Unter Ludwig II. fand dann die erste Vergrößerung der Stadt und die Erbauung der capella regia salvotoris statt. Nach diesen mit vielen interessanten Bemerkungen (z. B. über das Wappen der Herren von Hagen, die alten Engelfiguren im Dome u. s. w.) untermischten Untersuchungen folgen noch ausführliche Mittheilungen über die Dorfgemarkungen des frankfurter Gebiets und eine mit vielem Fleiß zusammengestellte chronologische Uebersicht der Bewohnerschaft im Rheingebiet bis zum Jahr 450 macht den Schluß.

 

Frankfurt.

Am 11. October d. J. wurde unter der Leitung des Forstamtes die Aufgrabung des größeren der sechs Erdhügel vorgenommen, welche im hiesigen Stadtwalde am sogenannten „Heidenstock“ unweit der Heussenstammer Landstraße unmittelbar neben einander liegen. Man fand vier Fuß tief einen von großen, zum Theil centnerschweren lose auf einander gelegten Steinen gebildeten Ring in ovaler Gestalt, dessen Unterlage eine Wand von aufrecht stehenden Steinen bildete. In diesem Raum fand sich jedoch außer dem Theil eines Menschenschädels und einem größeren von vier kleineren Geschirren umstellten Gefäße, deren jedes wieder einige zerbrochene kleine Schalen enthielt, sowie einem dünnen Metallreife nichts vor. Römischen Ursprungs ist hiernach das Grab nicht. Mehrere Umstände, namentlich das Auffinden eines Menschenknochens außerhalb des Steinrings lassen vermuthen, daß dasselbe schon in früheren Zeiten einmal geöffnet war. Der Metallreif und die Scherben der sämmtlich zerbrochenen Gefäße sind in forstamtliche Verwahrung genommen worden.

 

Berichtigung.

Herr Hofrath Wagner gibt in dem Archiv für hessische Geschichte Bd. 7. S. 449 an, daß der 1279 als Schul-[theiß]

 

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