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4) Des Vereins zu Wiesbaden.Die monatlichen Zusammenkünfte des Vereins für diesen Winter wurden am 21. November eröffnet durch einen Vortrag des Herrn Professor Dr. Firnhaber über den Ausgang der Karolinger in Deutschland und das Emporkommen des salisch-conradinischen Königsgeschlechtes. - In der Versammlung am 12. Dezember erstattete der Secretär des Vereins, Herr Dr. Rossel, übersichtlichen Bericht über sämmtliche im Laufe dieses Jahres zu unserer Kenntniß gelangten antiquarischen Funde, sowie insbesondere über die von dem Vereine unternommenen Ausgrabungen, unter Vorlegung der interessantesten Fundstücke aus den Gräbern am Schiersteiner Weg dahier (vgl. Per. Bl. Nr. 3 S. 7 u. 8), aus der abgebrannten Kirche dahier, und aus dem Römer-Kastell bei Orlen, Amts Wehen. Die Ringmauern dieses auf der Höhe des Zugmantels, ganz nahe hinter der Pfahlgraben-Linie errichteten Kastells waren noch in den Jahren 1780 und folgende 2‘ bis 4‘ über der Erde wohlerhalten sichtbar. Ein alter Mann in Neuhof, der als Knabe bei dem in den achtziger Jahren stattgehabten Neubau der Landstraße von Limburg nach Wiesbaden, welche dicht an der westlichen Schmalseite des Kastells vorüberzieht, Handlangerdienste that, erinnert sich noch der damals stattgehabten Verwüstung der Ruinen, namentlich des Abbruchs der sandsteinernen Bekleidung der Thore, sowie einiger hierbei gefundenen Inschrift-Steine, welche damals in das Schloß zu Idstein abgeliefert wurden. Dieselben befinden sich jetzt im hiesigen Museum. Das langjährige, wohlverdiente Mitglied unseres Vereins, Herr Justizrath Forst in Wehen, dessen Jugenderinnerungen ebenwohl noch in jene Zeitperiode hinaufreichen, hatte das Interesse des Vorstandes für eine Untersuchung und Nachgrabung an jener Stelle angeregt, von dem Gemeinderath zu Orlen war die Erlaubniß zu Nachgrabungen bereitwilligst ertheilt worden, und so fand am 10. October d. J. eine Beaugenscheinigung an Ort und Stelle statt, worauf sofort die erforderlichen Ausgrabungs-Arbeiten angeordnet wurden. Das Ergebniß dieser vorläufigen Untersuchung war folgendes : Die Ringmauer des Kastells, genau nach den Weltgegenden orientirt, an einigen Stellen zwar vollständig weggebrochen, an den meisten jedoch in einer Breite von durch-
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