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gängig 5‘ in der Erde noch erhalten, bildet ein längliches Viereck, mit abgerundeten Ecken, dessen Landseiten (nach S. u. N.) 519‘, dessen Schmalseiten (nach O. u. W.) 360‘ lang sind. (Das Kastell auf dem Heidenberg bei Wiesbaden hat 504‘ Länge zu 458‘ Breite). In der Mitte jeder der Seiten befand sich ein Thoreingang, ein Thurmvorsprng war nirgends zu bemerken. (Die Ringmauer des hiesigen Kastells war mit 28 viereckigen, nach dem Innern einspringenden Thürmen bewahrt). Die Umgrenzung des Ganzen, auf allen Seiten durch den Schuttaufwurf noch deutlich markirt, ragt zumal an der Ostseite gegen 10‘ über das umliegende Terrain hervor. Die ganze innere Fläche des Kastells war Haideland und ist erst seit wenigen Jahren mit Kiefern besamt. Dicht bei der Ringmauer, auf welche sich unsere Untersuchung vorläufig beschränkte, fanden sich Bruchstücke von Gefäßen aus rother Erde in großer Anzahl, 3 Messer, 1 Beilchen, etliche Lanzen und Pfeilspitzen, viele Nägel und Griffel, ein Bruchstück eines Bronce-Gefäßes und mehrere Backsteine mit dem Stempel der Leg. XXII. P. P. F. Eine Nachgrabung im Innern des Kastells, wo bis jetzt noch keine Untersuchung stattgefunden hat, sowie auch eine nähere Ermittelung der Beziehungen desselben zu der etwa 200 Schritte nördlich davon im Wald gelegenen Wachtstation, deren ringförmiger Wallaufwurf eine kesselförmige Vertiefung von 100‘ Durchmesser umgibt, sowie zu dem etwa 100 Schritte von diesem Punkte nördlich vorüberziehenden Pfahlgraben, der hier auf einer großen Strecke, von Osten nach Westen laufend, die uralte Gemarkungsgrenze zwischen den Dörfern Ehrenbach und Orlen bildet und streckenweise noch die ansehnliche Höhe von 7‘ mit unversehrter Böschung sich erhalten hat, ist für das nächste Jahr in Aussicht genommen. Die zum Behufe des Abbruchs der abgebrannten evangelischen Kirche dahier in den Monaten August bis October d. J. vorgenommenen Ausräumungsarbeiten haben uns eine willkommene Gelegenheit geboten, unsere im vorigen Sommer stattgehabte Nachgrabung zu vervollständigen und zu berichtigen. Wenn dieselben nun auch ein theilweise anderes Resultat ergaben, als wir damals vermuthen und demgemäß auf dem Grundplan (Denkmäler a. Nassau Hft. I. Taf. 1) darstellen konnten, so stellte sich doch der unmittelbare Anschluß der ältesten (vor 1488 gestandenen) Kichenmauern an den Thurm (der also die ganze Breite der alten Kirche
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