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sichtigung verdient. Die Regesten von Ingelheim aber, die von Cohausen S. 3 wohl nur nach Schöpflin und Widder (Beschr. der Kur-Pfalz III. 303) gibt, lassen sich aus Benkard’s Aufsatz vielfach verbessern. Es mag gestattet sein, hier Einzelnes anzuführen. Karl der Große ist nicht wahrscheinlich zu I. geboren, denn diese Angabe entbehrt aller näheren Begründung und Karl hat den Palast zu I. erst selbst erbaut. Die Karlmann’sche Verfügung von 742, welche nur aus den Urkunden Ludwigs des Frommen von 822 u. K. Arnulfs von 889 bekannt ist, wird wohl richtiger auf die alte villa Oberingelheim bezogen. Von einem palatium stehet in beiden Urkunden nichts und das Jahr 742 ist nicht angegeben. Pipins Urkunde von 766 ist in Mainz, nicht in Ingelheim ausgestellt. Nicht in I. sondern zu Regensburg wurde 791 Ludwig wehrhaft gemacht. Daß 817 Ludwig der Fr. zu I. sein Beilager gefeiert habe, ist nicht wahr, denn im October 818 starb seine erste Gemalin und zu Weihnachten schloß er in Aachen die neue Ehe mit Judith (Böhmer Reg. Kar. 312 ). Nicht 1039, sondern 1043 feierte Heinrich III. seine Hochzeit zu I. Daß König Richard 1270 I. verbrannt habe, läßt sich urkundlich nicht darthun und ist um so weniger glaubhaft, als damals Richard gar nicht in Deutschland war und die Herren der dortigen Gegend (der Kurfürst von Mainz und der Pfalzgraf) seine Anhänger waren.

In dem Anhange betrachtet der Verfasser die Kaiserbilder im Römersaale „vom Standpunkt historischer Wahrheit“ und vertheidigt die Maler dieser Bilder gegen die oft gemachten Vorwürfe, als ob sie bei ihren Darstellungen nur ihre Phantasie zu Rathe gezogen und auf historische Treue wenig geachtet hätten. Während er anerkennt, daß von den Bildnissen der Kaiser aus der letzten Periode des deutschen Reichs, die sämmtlich getreu nach gleichzeitigen Originalien gearbeitet worden, nur dasjenige Karls V. fehlerhaft sei, indem derselbe mit dunkelm Haare dargestellt ist, da er doch blaue Augen und gelbliche Haare hatte, sucht er nachzuweisen, daß die Künstler bei den Bildern der früheren Kaiser sich möglichst nach alten Monumenten, Siegels und Ueberlieferungen gerichtet haben. Vergl. auch Frankf. Museum S. 400.

Frankfurt.                                                                       Dr. Euler

 

Die Frankfurter Zünfte im Jahr 1498.

Der Kulturzustand des Volks ist am Besten daraus zu ersehen, wie es seine täglichen Lebensbedürfnisse oder die Lust

 

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