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Ein Wunsch.

Bei Erwähnung von Ankäufen und Geschenken für die Sammlungen der Vereine hat man sich bisher in den Periodischen Blättern mit der kurzen, für jedem dritten Leser ganz gleichgültigen Notiz begnügt: „von Herrn ... zu ... 17 verschiedene ältere Münzen“ oder: „ein Zweikreuzerstück von 1623“ u. s. w., während man im Interesse der Wissenschaft etwas ausführlicher verfahren könnte.

Bei Münzen insbesondere sollte man stets, wenn auch nicht eine vollständige Beschreibung, doch eine zuverlässige Angabe ihres Landes, ihres Münzherrn, ihres Werthers, ihres Prägjahres oder ihres ungefähren Alters beifügen, um damit auch jedem Dritten eine brauchbare Mittheilung zu machen. Ich bin überzeugt, daß sich immer Jemand in der Nähe finden wird, welcher dieses dankenswerthe Geschäft übernehmen könnte und wollte, wenn nicht etwa der Geber selbst seinem Geschenke zugleich durch dessen beigegebene Erklärung oder Beschreibung einen höheren Werth verliehen haben sollte. Was kann ohnehin ein Gegenstand in einer Sammlung nützen, welcher dem Inhaber der Sammlung ganz fremd ist??

Wetter, im December 1857.

 Jacob Hoffmeister.        

 

Die Rheinzaberner Fälschungen.

Wie vordem die Rottenburger Fabrikate, so scheinen nun auch die Rheinzaberner den Kämpen gefunden zu haben, der für ihre Aechtheit in die Schranken tritt. Herr Archivdirektor Mone setzt nämlich im 4. Hefte des 8. Bandes (1857) seiner „Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins“ S. 429 mit einem bei einem sonst gründlichen und verdienstvollen Forscher ebenso bedauerlichen, als auffallendem, kühnen Sprunge über das Resultat der in den Perio d. Blättern 1856 Nr. 9 u. 10 zusammengestellten Urtheile auf diesem Gebiete weit competenterer Autoritäten über die angeblichen Rheinzaberner Antiquitäten weg, welchem Resultate der Unterzeichnete durch Nachweisung des planmäßigen Fortganges dieser Fabrikation und aus eigner Erfahrung eine bestimmte Grundlage zu geben versuchte. Denn bei der Ausgedehntheit des von dort aus nach allen Weltgegenden stattgehabten Vertriebes angeblicher Alterthümer war die Sache zuletzt den langgetäuschten Forschern so bequem gemacht, daß es wahrhaftig keiner aus unmittelbarer Anschauung und der Personen geschöpften Kenntnis des Ortes

 

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