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so groß sein. In der ehemaligen Grafschaft Hanau sollen diese Beunen öfters vorkommen. Ich werde meine Erkundigungen fortsetzen.

Griesheim, den 25. September 1858.

Jost, Geometer.          

 

Die Römerbrücke über die Nied.

Der historische Verein für Nassau ist eben damit beschäftigt, alle Ausgrabungen und Funde von antiquarischem Belang charitiren zu lassen, wobei Bedacht genommen wird, die frühern Untersuchungen zu vervollständigen und für eine künftige Bearbeitung das Material zu gewinnen. Mit der Chartirung von Heddernheim und Nied und ihren Umgebungen ist Hr. Geometer Jost von Griesheim beauftragt worden und seinem Eifer verdanken wir die ersten Mittheilungen über Spuren alten Gemäuers im Bette der Nied. Zu genauerer Untersuchung und Aufnahme begab sich der Unterzeichnete mit demselben am 30. Sept. an Ort und Stelle und das Resultat einer langen und mühseligen Untersuchung der an jener Stelle 4 bis 5 Fuß tiefen Nied ergab den wichtigen Fund der Fundamente einer stehenden Römerbrücke über diesen Fluß. Zur Beschreibung beschränken wir uns hier auf nachstehende Angaben: Der Wasserspiegel der Nied, zwischen Eschersheimer und Praunheimer Mühlen-Wehr eingespannt, variirt auf dieser etwa 4000’ langen Strecke zu allen Jahreszeiten nur um wenige Zoll. Diese Stromstrecke mag manche merkwürdigen Alterthümer bedecken. Von alterthümlichen Resten unter dem Wasser sind uns jedoch nur zwei bekannt: 1) ein Pfahlrost am sogenannten Bubenloch, etwa 700’ unterhalb der heutigen Fahrbrücke zwischen Eschersheim und Heddernheim. Die wenigsten 30’ weit dem Fluß entlang sich erstreckenden Balkenlagen von schwarzem glänzendem Holz, die sich noch unter das linke Ufer fortsetzen und allen Fischenden wohl bekannt sind, haben in älterer Zeit eine Mühle getragen, die im 30jährigen Kriege niedergebrannt sein soll. Ueberreste des dazu gehörigen, auf dem rechten Niedufer hinziehenden Mühlgrabens sind in Form eines halbverschleiften Froschgrabens erst in neuerer Zeit bei Planirung der v. Breidbach’schen Wiesen ausgeglichen worden. – 2) Etwa 1800’ unterhalb der heutigen Brücke liegen, 4’ unter dem Wasser, die felsenfest gemauerten, durch schwarzgrauen eisenharten Mörtel verbundenen Reste einer Römerbrücke. Nur einzelne Fischer hat-[ten]

 

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