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dies Etwas dazu bei, uns über die Bestimmung der Ringwälle besser aufzuklären. Herr Geh. Staatsrath Dr. Knapp, welcher in seiner Abhandlung über Ursprung und Bestimmung der sog. Ringwälle im Band II. des Archivs für hessische Geschichte und Alterthumskunde der Meinung ist, daß die Ringwälle nicht zu kriegerischen Zwecken als Befestigungswerke gedient haben, sondern hauptsächlich die Einfriedigung der heiligen Haine, worin die Opfer gebracht, die Volksversammlungen gehalten und die Gerichte gehegt wurden, gewesen seien, fühlt, so scheint es, selbst, daß seiner Ansicht durch die Auffindung einer Handmühle in jener Umwallung ein Stoß versetzt wurde; denn er sagt dazu: (Seite 11 a. a. O.) „Durch welchen Zufall die zerbrochenen Mühlsteine dahin gekommen sind, weiß ich freilich nicht zu enträthseln, aber daß sie dort wirklich zum Mahlen von Früchten gebraucht worden seien, glaube ich darum nicht, weil dies die Existenz von Gebäulichkeiten vorausgesetzt, von denen jede Spur fehlt.“ Er hat dabei zunächst wohl nicht bedacht, daß wie schon gesagt die Gebäude unserer Altvordern zu den Römerzeiten und vor diesen wohl nur rohe hölzerne Hütten, Blockhäuser, waren, die keine bleibende Spur zurückgelassen haben können, und zwar um so wahrscheinlicher in einem Ringwall, der, meiner Ansicht nach, hauptsächlich nur in Kriegsfällen zur Zufluchtsstätte der Bevölkerung diente, und darum auf hohen, abgelegenen Bergen angelegt war, dieses Zwecks wegen aber doch nichts destoweniger mit Vorräthen von Lebensmittel, und darum auch mit Handmühlen zu deren Verarbeitung versehen sein mußte. Ob die Deutschen auch bei ihren Opfern, wie die Griechen und Römer, Getreide oder Kuchen aus solchem gebrauchten, und hierzu einer Mühle in den heiligen Hainen bedurften, wird man wohl nur als eine Frage hinstellen dürfen, da es viel näher liegt, daß die Mühle zum Beschaffen des Lebensunterhaltes der in die Ringburgen geflüchteten Einwohnerschaft, die sich oft längere Zeit dort aufhalten mußte, unentbehrlich war. Die Ringwälle des Dünsberges wenigstens sprechen ganz und gar für eine lediglich zu Vertheidigungszwecken errichtete Befestigung; darum der doppelte Wall, von denen der unterste tief unten am Berg hinaus zieht, darum die bedeutende Höhe und schroffe Böschung desselben; darum die einseitige Anlage desselben auf der flacheren dem Feind zugewendeten Seite, darum die Einfriedigung der Quelle in
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