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[Land]graaff sich wurde sähen lassen. Das war gegen den dryen nach Mittag: dan als wir mit verlangen gewartet, wan sich der Fürst herfür lassen wölte, kam sampt jmme under die Crützbeyen der Hispanisch Capitaine oder Hoptmann: fraget der Gefangne und fromm–teütsche Fürst, in Latin Quotta est hora: antwortet der Hoptmann mit einem Wort Tertia: Indem so zog die Wache ab, und der andere Teil zog an die Statt an: Ich hab diße Hispanier gar wol und flyßig war genommen, aber an keinem können gespüren kein einzig Zeichen der Füllerey oder Trunkenheit. Sy warend all ußerläsen Soldaten weder zu jung naach zu alt. In Gweren und Waffen bym besten zugerüst: Jr Ysenhüt oder Beckelhuben, sampt den Harnischen gar suber ußgebuzt und uffs schönist geezt. Jr Kleidung nit anderst, als wann sy erst nüwlich wäre ußgenommen: und deß ich gar flyßig wargenommen, wöliche im Fürzug Harnisch trugend und Ysenhüt uff hattend, konntind zwar dem zulugenden Landgraaffen nit vyl Reverenz bewysen, aber die blossen Knecht, so all sammatine Paretli uff hattind, zugend diß ab, sobald und sy des Fürsten ansichtig wurdind. Es war auch jr Kleidung dermaaßen zierlich geordnet, das rotem Wambes und Hosen auch ein root Paret, ein root Tägengürtlen, root Lageyen Schuh warend bygethon, summa alles nur allein von einer Farw syn muß.“
b) Zu Marburg.14. und 28. März: Herr Professor Dr. Vollgraff sprach über die Geschichte der Entwicklung des hessischen Staats–Rechtes. 2. Mai. Nachdem Herr Landgerichts–Rath Dr. Wagner über die Sitte der s. g. Mailehen gesprochen, verständigte man sich über die vorzunehmenden Sommer–Excursionen, namentlich in Bezug auf die bei Moischt belegene altheidnische Opferstätte.
c) Zu Fulda.14. Februar. Herr Domdechant und Generalvicar Hohmann hielt einen Vortrag über die Säcularisation des ehemaligen geistlichen Fürstenthums Fulda im J. 1802 und schilderte darin die Vorgänge, unter denen der Prinz von Oranien–Nassau, unterstützt von preußischen Truppen, die von Erfurt aus in Fulda eingerückt waren, durch seinen Bevollmächtigten Freiherrn von Schenk von dem Fürstenthume Besitz
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