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kathol. Pfarrhause zu sehen ist. In einer Zeit, die in Beziehung auf den Werth historischer Forschung fast als unzurechnungsfähig erscheint, kann dergleichen Vandalismus nicht befremden und die Cronberger Stadtkirche ist jedenfalls damals um eins ihrer stattlichsten Denkmäler ärmer geworden; allein das Monument des älteren Hartmut, wie die Cronberger erzählen, hat jene Zerstörung jedenfalls nicht getroffen, sondern ein anderes, wahrscheinlich um etwas jüngeres Monument. Hartmut der Aeltere lag in der Schlosskapelle begraben; sein vielfach mißhandeltes Grabmal ist dorten in der Wand befestigt, nur fehlen die beiden knieenden Figuren und Anderes. Die veranstaltete Nachgrabung im Boden bis auf 6´ in die Tiefe und 12´ in die Länge fortgesetzt, ergab von den angeblich dort begraben sein sollenden Figuren keine Spur; der Grund war bis unten hin aufgefüllt, nicht gewachsen und von einer Gruft zeigte sich nur gegen die Mitte hin und 8´ von dem westlichen Rande des Altars die Spur in einer 2´ dicken, 7´´ hohen, 1´ 7´´ starken, oben zerbrochenen Mauer, deren nähere Untersuchung jedoch der Oertlichkeit wegen allzu mühsam und gefährlich gewesen wäre. Diese Längenseite der Gruft konnte auf 6´´ verfolgt werden. Die Steinfiguren waren also hier nicht vergraben; aber wohin sie verbracht wurden, bleibt ungewiß. Zwischen den Figuren, die auf dem Sockel des Epitaphs zwischen zwei Pilastern knieten, war ein einfacher Kreuzstamm errichtet und auf diesem das Bild des Gekreuzigten, auf dicken Brettern gemalt, aufgenagelt. Der Stein ist noch da mit seiner Inschrift zu Häupten; das alte gemalte Christusholzbild aber hängt im Ehren eines Privathauses zu Cronberg, während seit etlichen Jahren ein plastischer neugebackener Christus an seiner Stelle am Kreuz befestigt worden ist. – Daß das Monument so lange Zeit fast unbekannt geblieben, mag daher rühren, daß die Schrift auf dem Sockel mehrfach übertüncht und außerdem durch eine Bretterverschalung maskirt war. Nach deren Entfernung und erfolgter Reinigung der Schrift las man deutlich folgende 6 Zeilen: ANO D NI 1549. DN 7. AUGUSTI IST DER EDELL ERNVEST
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