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auf die Gebücke im Oberrheingau zurück. Sie sagt „ in diesem Sine wird allenthalben auch das Wort Gebick gebraucht.“ Es werden sodann auch einige Urkunden aus dem ehemaligen Oberrheingau zum angeblichen Beweise dafür angeführt. Ob die Zurückweisung zulässig und die Urkunden dafür brauchbar sind, mögen die Geschichtskenner beurtheilen, wenn Sie das Nachfolgende gelesen und erwogen haben.

Im Oberrheingau liegen zwei Oertlichkeiten, welche Gebück heißen. Beide gehören in den Hain zur Dreieich. Das eine derselben ist ein Wiesen- und Walddistrikt, etwa¾ Stunden von der Stadt Hain. Das andere liegt westlich von der Stadt Hain und besteht aus 8 Morgen Landes.

Blickt man in die zweite Karte der bekannten Schrift über den Bannforst Drey-Eich vom Jahre 1742, so findet man diesen Platz zwischen dem Neuhof und dem Wildhof als „das Gebück“ verzeichnet. Zu diesem Walddistrikte gehören auch 60–80 Morgen Wiesen. Dreißig Morgen der letzteren sind vom Hause Isenburg der Familie von Stockhausen in Darmstadt zu erblichem Besitz übergeben. Wie bekannt dieser Name des Walddistrikts in jener Gegend ist, kann Jeder leicht erfahren. Er darf nur zu einem Hirten treten, der dort das Vieh von Götzenhain oder aus dem „Hayn“ (der Stadt) hingetrieben hat, und darf fragen, wo ist das Gebück? – Herr, wird ihm derselbe antworten, Sie sind ja mitten drinn. – Er darf nur zu einem Bauer treten, der nördlich vom Neuhof Gras mähet, und nach dem Gebück fragen, so antwortet ihm dieser: Sehen Sie, alle diese Wiesen liegen im Gebück! – Er braucht nicht einmal hinzugehen, er kann es von jedem dortigen Forstmann erfahren, ja von den Wanderern auf der Straße. Sogar das Archiv für hessische Geschichte und Alterthümer würde ihn belehren können, daß dies von alten Zeiten her so war. In dessen sechstem Bande, S. 25 gibt nämlich Herr Professor Dieffenbach, der seine Jugendzeit in jener Gegend verlebte, die Nachricht, daß in den Forstrevieren „Gebück“ und Abberle 8–10 Hunnengräber gefunden worden. „Endlich finden sich in den Umgebungen des Ortes (nämlich Dietzenbachs) auch noch die Spuren einer uralten Kunststraße, deren Verfertigung wir ebenfalls den Römern zuzuschreiben Ursache haben. Diese Spuren zeigen sich schon im Namen „Steinstraßenwiesen“. In der Gegend des Ebertsberges (neuerdings auch Ebertsberg genannt), zeigt sich aber diese Steinstraße selbst noch

 

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