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XII Die beredten Vorstellungen der unerschrockenen Fürstin hatten endlich den gewünschten Erfolg. Wilhelm V. entschied sich, obwohl ungern, mit dem Beginn der Feindseligkeiten nicht länger zu zögern. Am 13. Juni erfolgte der Aufbruch aus dem Lager bei Boke an der Lippe, 15 km. westlich Paderborn, Der zu diesem Unternehmen bestimmte hessische Heerestheil marschierte über Paderborn, Corbach, Frankenberg, Rauschenberg und Kirchhain, umging die in Feindeshand befindlichen Festungen Stadtberge (Marsberg) und Giessen und erreichte am 20. Abends Windecken. Wilhelm selbst war von Boke zunächst nach Kassel gereist und traf mit seinen Truppen wahrscheinlich erst am 18. in der Nähe von Kirchhain wieder zusammen. Feldmarschall Leslie, der von Herford kam, konnte sich erst am 22. mit den Hessen vereinigen. Die gesammte Heeresmacht, über welche der Landgraf nunmehr verfügte, betrug 21 Schwadronen, vier Fuss - Brigaden, acht 12pfünder und 21 leichte Regimentsstücke, zusammen gegen 6500 Mann zu Fuss und 2000 Pferde. Sie war also dem Corps des General Lamboy, das höchstens 5000 Mann zählte, jedenfalls bedeutend überlegen. Wilhelm V. liess seine Truppen auf dem Nordabhange des zwischen Windecken und Rossdorf sich erstreckenden Höhenrückens ein Lager beziehen und Vorposten aussetzen. Der 21. und 22. Juni (Sonnabend und Sonntag) wurde benutzt, um den durch die anhaltenden beschwerlichen Märsche merklich mitgenommenen Leuten und Pferden die nöthige Ruhe zu gewähren. Den Belagerten hatte man bereits in der Nacht vom 20. zum 21. durch Kanonenschüsse und ein Fanal die Nähe der hilfbereiten Retter angekündigt, was von der Festung ebenfalls durch Geschütz und Abbrennen von Fackeln auf der Spitze des Schlossthurms erwidert wurde. Vom Feinde, waren inzwischen die zum Entsatz Hanaus getroffenen Anstalten selbstredend auch nicht unbemerkt geblieben ; schon im Laufe des 20. nahm man von den Wällen und Thürmen der Stadt eine un- |
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