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XLV

(von Westen über Norden bis Osten) anschliessenden ausfüllte, so liegt die Annahme nahe, dass ein ursprünglich kleiner Hügel später an dieser Nordseite vergrössert wurde. An verschiedenen Stellen fanden sich bronzene Beigaben, zwei Nadeln, massive und Spiral-Armbänder, Reste von Brustgehängstücken. — Die nächste Ausgrabung führte nach Grossenlüder, wo am Forstort Dickerain ein grosses Massengrab ausgegraben wurde. Auch hier fanden sich mindestens 6 kenntliche Leichenlager. Constructive Schlüsse liessen sich hier nicht machen. Umfang und Höhe waren noch bedeutender als bei dem Schrecksbacher Grabe, es war gleich jenem aus Erde und schweren Steinen hergestellt. Unter den Beigaben, Spiral- und Radkopf-Nadeln und Armbändern zeichneten sich die letzteren durch ungewöhnliche Form und Schönheit aus. Sie gehören zu der Classe der vorn offenen. — Die letzte Ausgrabung geschah im Staatswalde bei Jesberg, wo noch eine Anzahl kleinerer Erdhügel kenntlich ist. Der geöffnete, l m. hoch, 5 m. im Durchmesser, war aus leichter Erde aufgeworfen, mit einer Schicht nicht allzu schwerer Steine bedeckt, wieder mit Erde beworfen. Im Innern zeigen sich die unverkennbaren Reste von Leichenerde, die nach ihrer Masse mehreren Leichen angehören mochte. Fundstücke wurden nicht weiter gemacht.

Hierauf sprach Herr Hauptmann von L'Estocq über die bei Gelegenheit der Jahresversammlung in Allendorf a.Werra am 24. Juli 1883*) dem Verein vorgelegten alten Urkunden der Pfännergenossen-schaft daselbst. Nachdem er kurz den Namen der Pfänner", als „Besitzer der in Sooden erbauten Pfannen", in welchen aus der Soole das Salz gesotten wird, erklärt, ihre Geschichte, deren Anfänge, für uns erkenntlich, mit der Urkunde Kaiser Otto's 973 beginnen, durch welche er den Ort Tutinsoda „zu den Soden" **) seiner Gemahlin schenkt, kurz berührt, und dabei der Salzbibel des Rhenanus und des Letzteren eigenartiger Correspondenz mit dem Land- (1885/01/045)

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*) Vergl. Mittheilungen Jahrgang 1883 S. I   ff.

**) Wie eine Besprechung den Namen feststellte, der fälsch­lich als Lutinsoda geschrieben worden war.

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