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XLVI

grafen Wilhelm IV. einige Worte gewidmet hatte, ging er auf die Urkunden selbst ein, deren erste „an Sant Walpurgs Tagk" (1. Mai) 1300 ausgestellt ist, von „Heinrich Landgrave Herr des Landes zu Hefsenn, Mechtild unse Werthin und Johann*) unnse sohnn". Aus dem Inhalt geht hervor, dass die Pfänner bereits damals seit Menschengedenken das alleinige erbliche Recht an den Sooden hatten **), weshalb sie auch nicht zugaben, dass der Landgraf für seinen Gebrauch neue Sotten und Pfannen errichte, weil er nicht Erbrecht daran habe. Er verpflichtet sie aber, ihm alle Jahr 14 Tage vor Johanni im Sommer „zwanzig Obene***) Saltzes zu antwurtten, zu Cassel in unser Stadt", wogegen er sie in ihren Rechten zu schützen und zu erhalten verspricht. Die Urkunde sei noch in sphragistischer Hinsicht dadurch interessant, dass bei Anführung der Resiegelung mit nur 2 Siegeln ausdrücklich hervorgehoben wird: „besiegelt mit unserm Innge-siegell und unnser Wirthinne, wante Johann unnser sohnn nicht Ingesiegell hatt."

Die folgenden Urkunden deutete Vortragender nur ihrem allgemeinen Inhalte nach als Bestätigungen der ersterwähnten an. So urkundet:

2) „Alheit, des Edelen fürsten Hertzogen Albrechts Dochter von Braunschwijgk die ehtwan des Edelen Fürsten Lanthgraven Johans von Hessen Husfrouwe was." 1311 am Sonntage vor Mittfasten (28. März).

3) „Otte godes genaden Lantgraue vnd Herre des Landes zu Hessen Alheit Landgrauin vnsse eliche wertin und unsse erbin" 1318 „an sankt Siluestertage des hey-ligen Bapstes." Beide „fürstliche Ingesigele" hängen noch heute an dieser Urkunde, wie der Vortragende bezeugte.

4) Die vierte der vorhandenen Urkunden von Landgraf Heinrich II.†) ist dadurch merkwürdig und von grosser Wichtigkeit für die Besitzer, dass darin die Maasse der Pfannen „dy wir han lassn bezeuchen

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*) Mitregent seit 1300. S. Kuchenbecker. Analecta Hass. VIII. 377.

**) Die Urkunde nennt sie » Geburen von Soden, die geeibet sein zu dein Salzwerk.«

***) Eine Obe (Oba der späteren Latinilät), Schaale, Kanne,) der Eiserne zubenannt 1328—1377.

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