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XV doch fanden sich solche Haine auch von nicht unbedeutender Ausdehnung. Doch ohne Pflege konnte sie sich nicht erhalten. Nur unter den reinen Schattenholzarten, der Buche, Fichte und Tanne, konnte der Boden ohne Hilfe gestrüpp- und unterwuchsfrei bleiben, nicht aber unter den Lichtholzarten, wie Eiche, Esche, Ahorn, Rüster etc., die auf den Höhen den Buchen beigemengt waren und in den Niederungen herrschten. Den Boden unter diesen gangbar zu erhalten, dazu reichte der Fusstritt der opfernden nicht aus, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass hier das Abweiden der Bodenpflanzen durch die heiligen Thiere nachhalf. Aber auch die Bäume wurden alt und starben ab. Auch der Sturm riss wohl Löcher in den Wald. Sollte hier der Waldesschlnss wieder hergestellt werden, dann musste Nachwuchs die Lücken schliessen. Man verstand Bäume zu pflanzen und auch zur Viehfütterung aufzuästen und verstand auch zu schonende Wälder einzuzäunen. Uebte man dies, dann wäre der Nachhalt der Waldform das erste Wirthschaftsziel und Gottesdienst die Mutter der Waldwirthschaft gewesen. Aber es ist wahrscheinlicher, dass die Alten den Hochwaldschluss nicht zu erhalten vermochten, und dass Tempelhallen den Abschluss nach Aussen und nach Oben wieder herstellen mussten, wo die Heiligen Haine sich auslichteten. Die Heidenbekehrer fällten schliesslich die Bäume und Wälder und bauten aus ihrem Holze Kirchen und Kapellen. Manches Muttergottesbild mag jetzt noch an der Stätte solches heiligen Baumes stehen, manches Heiligen- und Kirchenholz aus einem Heiligen Haine hervorgegangen und die Opfergaben in Zehnten und Holzberechtigungen umgewandelt sein. Sicherlich hat mancher grössere Heilige Hain auch als Krongut den Kern von Bannwäldern gebildet. Die Heiligen Haine sind schon eine Art der Gehägewälder, welche bei unseren Vorfahren eine Ausbildung gewonnen haben, die noch in dem Waldbesitze und auch der Forstwirtschaft der Gegenwart fortwirkt. Ausgegangen scheint diese Entwicklung zu sein von den Schutzwäldern, welche der Landesverthei-
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