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XVII der Schluss des dornigen Unterholzes durch solche Bäume nicht verkümmert werden, dann durften diese nicht zu dicht stehen und nicht zu breitkronig werden. Das ist die Waldform des oberholzarmen Mittelwaldes, in welchem die Nachzucht möglichst reichlichen Unterholzes das Hauptwirthschaftsziel geblieben ist. Aus dieser Art von Schutzwald gingen die Lustwälder hervor, durch welche der Adel seine Höfe und Burgen verschönerte, die späteren „Ziergärtlein" der Burgen und Schlösser. Sie bestanden aus Gebüsch, wie die Rosengärten der Heldensage, aus Beeren- und Nüsse tragenden Sträuchern und aus Bäumen verschiedener Art, Obst- und Waldbäumen. Nicht nur in der Umgebung der Herrensitze befanden sich solche Lustwälder, auch die Höfe selbst schmückten Bäume. Durchflattert waren diese Gehölze von in ihnen nistenden Singvögeln, welche freundlich gehegt und gepflegt sich dorthin gewöhnt hatten, auf Weihern schwammen zahme Schwäne und in dem Ufergebüsch brütete der zahme Kranich. Dort standen auch die Bienenstöcke und alte hohle Bienenbäume. Wahrscheinlich gingen da, wo Wald sich anschloss, diese Lustwälder in die Wildgärten über, in welchen die zur Jagd abgerichteten Hirsche, aber auch Ure und Wisente gehalten und die Nester der Beizfalken sorgfältig geschont wurden. Jeder Grundherr konnte seinen Wald zu einem Gehäge machen, wenn er ihn einfriedigte. Dann wurde jeder Fremde von dessen Mitbenutzung, ja auch wohl von dem Betreten desselben ausgeschlossen. Mochten diese Gehäge mit Gräben, Zäunen oder gar Mauern eingefriedigt sein, wie die Obst- und die Küchengärten, die späteren Wurzgärtlein, und die Weinberge, mächtiger wurden sie durch die Furcht vor der Selbsthilfe des in seinen Rechten durch Gesetz und Herkommen geschützten Grundherrn beschirmt, wie der seidene Faden um die Rosengärten des Laurin und der Krimhilde beweist, dessen Unverletzlichkeit drinnen im Garten märchenhafte Recken, Hünen und Riesen überwachten. Unzweifelhaft scheint es zu sein, dass aus diesen Lustgehägen die Jagdgehäge der Könige hervorgingen, die sich seit Karl dem Grossen zu den mit 2 |
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