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XLVI

neue Grabungen in Gross-Krotzenburg, die zur Feststellung eines ausgedehnten Estrichs geführt haben, welcher zu einem grösseren Hypokaustbau zwischen der porta praetoria und der porta principalis dextra des Castells gehört. Von diesem, sowie vom Castell Nieder-Bieber, das eine ganz ähnliche Situation zeigt, wurde ein Grundrissplan vorgelegt. Ebenso sind in Krotzenburg einige Ziegel mit Stempel gefunden worden, die ihrer Form nach nur von einem Hypokaustbau herrühren können. Auch die Erwerbung mehrerer Münzfunde hat stattgefunden. Herr Dr. Wolff erwähnte sodann, dass Herr Dieffenbach in Friedberg die höchst interessante Aufnahme einer im Herbst 1885 bei Vilbel aufgedeckten grösseren römischen Villa übersandt habe, mit welcher der, beim Bau der Main-Weserbahn gefundene, jetzt im Museum zu Darmstadt befindliche Mosaik-Fussboden in Zusammenhang zu stehen scheint. Ferner hat Herr Kreisrichter Conrady die Resultate von früheren Forschungen über den Limes bei Walldürn mitgetheilt, welche ebenfalls (übereinstimmend mit der Annahme des Herrn Major Dahm) darauf hinweisen, dass der Grenzwall palissadiert war und daher unzweifelhaft Vertheidigungszwecken diente. Schliesslich berichtete Herr Dr. Wolff über Verhandlungen mit dem Darmstädter Geschichtsverein, die dessen gedeihliches Zusammenwirken mit dem hiesigen Verein erhoffen lassen.

Nachdem sich die Anwesenden noch über den Titel schlüssig gemacht hatten, welcher den für die Mitglieder des Hanauer Bezirksvereins bestimmten Exemplaren der Mittheilungen des Kasseler Hauptvereins zu geben sein werde, schloss der Herr Vorsitzende die Versammlung um 9 Uhr.

4. Februar. Herr Major Dahm hielt den angekündigten Vortrag über den Ort der Hermannschlacht.

Der Herr Vortragende gab zunächst einen kurzen Ueberblick über die Geschichte der Germanen vor dem Jahr 9 n. Chr. und hob dabei vom militärischen Standpunkt besonders das systematische Verfahren hervor, welches die Römer bei ihrem Angriff auf Germanien verfolgten. Zwar hatten schon Caesar (55 und 53

 

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