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LXIV

gelang den Truppen erst nach längerem und verhältnissmässig verlustreichem Feuergefecht; sie büssten 5 Todte und eine grössere Anzahl Verwundete ein. Der hierbei ebenfalls tödlich verwundete Zwick starb kurz darauf im Militär-Lazareth. Die flüchtenden Aufrührer warfen grösstenteils ihre Waffen von sich und verschwanden unter der Menge; die meisten entkamen nach aussen, darunter sämmtliche Hanauer, einer derselben mit einer Schusswunde in der Brust, woran er nach einigen Monaten im Hause seiner Mutter verstarb. Vom Ausbruch des Aufstandes bis zu seiner völligen Niederwerfung war kaum eine Stunde verflossen. Die versprochenen Zuzüge von Friedberg, Butzbach, Offenbach, Hanau, den Aemtern Bücherthal und Bornheimer Berg und vom Vogelsberg blieben sämmtlich aus. Nur gegen 80 Bauern des Frankfurter Fleckens Bonames brachen, der Verabredung gemäss, am 3. Abends auf, erstürmten das auf ihrem Weg liegende kurhessische Mauthaus und erschienen vor dem Friedberger Thor, fanden dies indess geschlossen und die Wache verstärkt, weshalb sie es vorzogen, schleunigst wieder zu verschwinden.

So ergebnislos das sogenannte Attentat verlaufen war, so nachhaltig und einschneidend wirkte andrerseits das Gespenst des dadurch heraufbeschworenen Schreckens nach. Nicht nur die Behörden, sondern auch die Bürgerschaft witterte überall Verschwörungen und Revolutionen. So wurde selbst das völlig grundlose und abgeschmackte Gerücht, 30000-40000 bewaffnete Bauern wollten sich am 3. Ostertag im Frankfurter Wald sammeln und unter Anführung von Studenten über die Stadt herfallen, allgemein geglaubt und verbreitete in den weitesten Schichten der Bevölkerung lebhaftes Entsetzen.

Von den durch die angestrengte Thätigkeit der Polizei nach und nach verhafteten 16 Theilnehmern des Putsches vom 3. April entkam einer bereits im Herbst 1833. Fünf auf der Constablerwache in Untersuchungshaft gehaltene Studenten unternahmen, im Einverständnis mit ihren zahlreichen Gesinnungsgenosssen, am 2. Mai 1834 Abends gegen 10 Uhr einen gemeinsamen Fluchtversuch, welchen die vor der Wache versammelte Menschenmenge begünstigte, der aber fast gänzlich misslang. Nur einer, Lizius aus Aschaffenburg,

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