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LXV

(Universität Würzburg) entwischte, fand zu Hanau im Gasthof zum Gelnhäuser Bau einen vorläufigen Unterschlupf und floh später nach Amerika. Handschuh aus Niederwerra (Universität Erlangen) entkam zwar, verrenkte sich aber den Fuss und wurde bald wieder verhaftet, ebenso Obermüller. Einer erlitt beim Sprung aus dem Fenster einen Beinbruch; der fünfte endlich wurde von der Wache erschossen. Das am 20. October 1836 über die andern Verhafteten gefällte Urteil erster Instanz lautete für die meisten auf lebenslängliches Gefängnis. Vor Verkündigung des Urtheilspruchs letzter Instanz entkamen indess abermals sieben. Die letzten sieben endlich führte man zur Verbüssung ihrer Strafe nach Mainz ab, gestattete ihnen aber im Herbst 1838 die Auswanderung nach Amerika.

Im Anschluss an den Vortrag theilten mehrere Anwesende, darunter namentlich der Bibliothekar Herr Rössler, ihre persönlichen Erinnerungen an das Attentat und dessen Theilnehmer mit.

Im Juli fand statt der Monatsversammlung am Donnerstag den 15. ein Ausflug nach Erbach statt, wo die reichhaltigen Sammlungen von Alterthümern im gräflichen Schloss besichtigt wurden. Sodann wanderten die Theilnehmer zu Fuss nach Michelstadt, speisten dort im Gasthof Friedrich zu Mittag und nahmen schliesslich die Kirche mit ihrer an Incunabeln und Handschriften reichen Bibliothek, sowie das Schloss Fürstenau und die Ruine des von Eginhard erbauten Klosters Steinbach in Augenschein.

5. August. Der Vorsitzende, Herr Pfarrer Junghans, gedachte mit warmen Worten des tief schmerzlichen Verlustes, den der Verein durch das Ableben des Oberbibliothekars der Landesbibliothek zu Kassel, Herrn Dr. Duncker, erlitten habe, und forderte die Anwesenden auf, das Andenken des Verewigten durch Erheben von den Sitzen zu ehren. Dies geschah. Der Stellvertreter des Vorsitzenden, Herr Oberlehrer Dr. Wolff, stellte sodann den Antrag, zum bleibenden Gedächtniss des verstorbenen Conservators, Herrn Akademie-Director Professor Hausmann und des Herrn Dr. Duncker die Gipsbüsten der Genannten im Vereinsmuseum aufzustellen und so der ungetheilten Anerkennung, welche

Mittheilungen.                                                           5

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