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LXIX

12) Auszug aus dem Protokoll der Rentkammer vom 3. Juni 1706, betreffend den Bau des Schlosses Philippsruhe und die dazu erforderlichen Fuhrenleistungen.

13) und 14) Zwei von Graf Johann Reinhard eigenhändig vollzogene Scheine über die Aufnahme von Bürgern, beide aus dem Jahr 1726.

Der Rechnungsführer Herr Wiedersum legte sodann eine merkwürdige, 1618 erschienene Streitschrift vor, worin die bei einer Hinrichtung jüdischer Diebe, in Anwendung gebrachten absonderlichen Bräuche heftig angefochten werden.

Schliesslich machte der Bibliothekar, Herr Roessler, Mittheilung über die soeben erfolgte Aufdeckung eines Brückenbogens am Altstädter Schloss.

7. October. Der Vorsitzende, Herr Pfarrer Junghans, erfüllte die schmerzliche Pflicht, abermals eines beklagenswerthen Verlustes gedenken zu müssen, den der Verein durch das Ableben eines Mitgliedes, des Amtsgerichtsrathes und Landtags-Abgeordneten Herrn Rübsam, erlitten hat.

Im Anschluss an die Verlesung des Protokolls der vorigen Monatsversammlung bemerkte der Herr Vorsitzende, dass sich der Vorstand schliesslich doch für die Erwerbung der Büste des verewigten Herrn Dr. Duncker entschieden habe, während von dem verstorbenen Herrn Professor Hausmann ein Relief-Medaillon beschafft werden solle. Die an sich sehr wünschenswerthe Gleichförmigkeit beider Bildwerke werde hierdurch in keinem höheren Masse beeinträchtigt, als es durch Erwerbung zweier Gipsbüsten geschehen sein würde, da letztere in Bezug auf Grössenverhältnisse und Auffassung ebenfalls erhebliche Verschiedenheiten zeigten. Die Versammlung war hiermit einverstanden.

Das Ehrenmitglied des Vereins, Herr Architekt von Rössler hielt sodann den angekündigten Vortrag über die Vertheidigungs-Einrichtungen der römischen Grenzcastelle. Der Herr Vortragende ist der Ansicht, dass die Castelle aus einer Wallanschüttung mit höher geführter äusserer Mauer bestanden, welche oben einen hölzernen Wehrgang für eine zweite, hinter Zinnen aufgestellte Reihe von Kämpfern trug. Zum

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