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LXXIII

Zweifel hinlängliche Arbeitskräfte zur Verfügung gestanden, um auch aus grösserer Entfernung beträchtliche Erdmassen herbeizuschaffen und damit den Wällen der Castelle ein weit stärkeres, als das rein feldmässige Profil zu geben, wie es Befestigungs-Anlagen entsprach, die man jedenfalls Jahrzehnte hindurch zu behaupten gedachte.

Der Stellvertreter des Vorsitzenden, Herr Oberlehrer Dr. Wolff, stimmte dem bei und machte zugleich geltend, dass eine Rücksicht auf die Handhabung des pilum bei Construction der Castelle nicht wohl obgewaltet haben könne, da letztere nicht von Legions-Soldaten, sondern grösstentheils Hülfs-Cohorten besetzt gewesen seien, die überhaupt kein pilum führten.

Herr Major Dahm erwiderte, dass die Frage der Bewaffnung der römischen Hülfstruppen zur Kaiserzeit keineswegs als abgeschlossen gelten könne. Es sei zwar festgestellt, dass einzelne Cohorten Bogen und Pfeile geführt haben, aber nicht erwiesen, dass diese Truppengattungen nicht auch mit dem Wurfspiess ausgerüstet gewesen seien. Er halte eine derartige Waffe bei der Verteidigung der Castelle für unentbehrlich. Herr Dr. Wolff bestritt, dass die Bewaffnungsfrage eine offene sei; aus den sehr naturalistisch gehaltenen Grabsteinen jener Zeit sei man über die Ausrüstung der Hülfstruppen genau unterrichtet. Dieselben haben zwar leichte Wurfspiesse, aber nicht das pilum geführt.

Von Herrn Dr. Wolff aufgefordert, legte Herr von Roessler die Erwägungen eingehend dar, welche ihn zuerst dahin geführt haben, aus der Auffindung eines durchlochten Zinnendeckels im Castell Marköbel auf das Vorhandensein eines oberen Wehrgangs zu schliessen (vgl. Mittheilungen des Kasseler, bezw. des Hanauer Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Jahrgang 1884, Seite 110, und Jahrgang 1885, Seite 76 — 78).

Herr Major Dahm führte dagegen unter Bezugnahme auf Nr. 9 der Vereins-Mittheilungen („Der römische Grenzwall bei Hanau“) an, dass der Zweck der Diebellöcher in den Zinnendeckeln wohl noch eine einfachere Erklärung zulasse. Seiner Ansicht nach habe sich im obersten Geschoss der Thürme ein überdachter Raum

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