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LXXV (1834) machte Steiner bereits die lediglich auf innere Gründe gestützte Annahme geltend, dass in der Nähe von Kesselstadt eine römische Befestigung gelegen und dem Dorf seinen Namen („locus castelli“) gegeben habe. Ihm schloss sich 1856 Calaminus an, während Dr. Duncker, der 1875 Nachgrabungen an der Mainspitze veranlagte, nur einen zu der dortigen Anlage in Beziehung stehenden „Wachthügel“ auf dem Salisberg vermuthete. Nachdem hier im Jahre 1880 massive Fundamente, die indess augenscheinlich Gebäuden von bürgerlichem Charakter angehört hatten, aber keine Spuren von Castellmauern aufgefunden waren, deutete zuerst Herr Dr. Suchier die Möglichkeit an, dass Kesselstadt selbst auf der Stelle des Römercastells liege. Zur Klärung der schwebenden Frage haben die Nachforschungen wesentlich beigetragen, welche während der diesjährigen Herbstferien von dem Herrn Vortragenden und dem Ehrenmitglied des Vereins, Herrn Architekten von Roessler, in der Gemarkung von Kesselstadt systematisch durchgeführt wurden. Die Combination einer grösseren Anzahl Beobachtungen machte es wahrscheinlich, dass eine römische Strasse vom Salisberg geradlinig nach Nordwest zur Hochstrasse geführt habe und dass im sogenannten „Bäumelsweg“, der sich nach alten Karten im vorigen Jahrhundert noch ununterbrochen bis zur Hochstädter Chaussee erstreckte, Reste jener Strasse erhalten seien. Zwei in der angenommenen Wegrichtung gemachte Einschnitte bestätigten diese Voraussetzung vollkommen. Ebenso wurde eine zweite Strasse, welche die erstere unter einem Winkel von 45 Grad schneidet, auf dem westlich der Wilhelmsbader Allee gelegenen, zur Domäne Wilhelmsbad gehörigen Acker entdeckt, an den sich jenseit des nach Wilhelmsbad führenden Fusspfades die „Steinwiese" anschliesst. Der Strassenkörper war unten 8 m breit, hatte zu beiden Seiten einen 1,7 m breiten und gegen die Strassensohle um 0,5 m vertieften, unten flachen Graben und bestand in der Mitte, gegen 6 m breit, aus einer, unmittelbar auf den fetten Lettenboden gelegten Packung von Basaltbruchsteinen; letztere waren auf die hohe Kante gestellt und hatten eine zwischen 0,1 und 0,5 m wechselnde Breite, während |
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