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ihre Höhe 0,25 m betrug. Darüber lag eine etwa 0,2 m starke Schicht von faustgrossen Rollsteinen, gemischt mit Resten der Strassendecke aus Basaltkleinschlag.

Von ihrer Vereinigung ab ziehen sich beide Strassen offenbar neben, zum Theil auch unter der heutigen Wilhelmsbader Allee an der „Steinwiese" hin, und aus verschiedenen Gründen ist anzunehmen, dass die von Süd her durch den Acker streichende Strasse die ältere Hauptstrasse war, welche nur von ihrem Schnittpunkt mit der vom Salisberg kommenden Nebenstrasse ab die Richtung der letzteren annahm. Sie lief schnurgrade nach Südsüdwest, so dass sie die Hochstädter Strasse nahe dem stumpfen Knie schnitt, welches diese zwischen der Kastanien- und der Pappelallee bildet, während ihre Verlängerung den südlichen Rand des Kesselstädter Waldes etwa 50 m von der Stelle trifft, wo ihn die Pappelallee verlässt. Nach einer im Gemeindearchiv von Kesselstadt befindlichen Handzeichnung vom Jahre 1729, in welche diese Strasse ebenso wie der „Bäumelsweg“ eingetragen ist, behält sie die südwestliche Richtung bis zum Waldrand bei, wendet sich dann geradlinig nach Südsüdost, kreuzt die Frankfurter Strasse im rechten Winkel und verläuft schliesslich, etwa l km südlich von der zuerst angeschnittenen Stelle, im Park von Philippsruhe, dicht vor der Westfront des Schlosses, wie dies auch bei Begehung des betreffenden Geländes durch verschiedene unzweideutige Merkmale bestätigt wurde. Da dieser Stelle gegenüber die von Seligenstadt über Kleinkroizenburg führende Römerstrasse das linke Mainufer erreicht zu haben scheint, so musste gefolgert werden, dass dort ein ständiger Flussübergang vorhanden gewesen sei, für den indess die daselbst befindliche Furt schon des felsigen Grundes und der Stromschnellen wegen wenig geeignet erschien.

Dieser Umstand sowie die sehr bestimmten Aussagen mehrerer Stromarbeiter über ältere Funde von Pfahlreihen und dergleichen legten die Vermuthung nahe, dass dort eine römische Brücke über den Main geführt habe. Aber die sofort vorgenommene eingehende und mühevolle Untersuchung des Flussbetts förderte nicht die mindesten Spuren einer Brücke zu Tage, sondern ergab nur

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