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XCII

1) am 29. April nach den Resten der Gisonenburg Holinde (Hollende) bei Treisbach;

2) am 31. M a i nach Rauschenberg, wo die Schlossruine, die Kirche, das Rathhaus und sonstige denkwürdige Gebäulichkeiten besichtigt wurden ;

3) am 25. Juni wurde die Ruine Hohenfels bei Buchenau besichtigt. Herr Pfarrer Heldmann aus Michelbach hielt an Ort und Stelle einen sehr eingehenden Vortrag über die Geschichte der Burg und der mit ihr in Zusammenhang stehenden Geschlechter:

4) am 21. August wurde an dem historisch interessanten Biedenkopfer Grenzgange theilgenornmen ;

5) am 5. 0ctober wurde der Schiffenberg bei Giessen besichtigt.

Andere beabsichtigte Ausflüge wurden leider durch ungünstige Witterung verhindert.

4) Zu Rinteln.

In der Sitzung vom 12. Februar erzählte Herr Gymnasiallehrer Pfarrer Hüpeden die Geschichte der Reformation in der Grafschaft Schaumburg. Er schilderte zunächst die überaus traurigen Religionszustände unserer Gegend in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. [Als Hauptquelle zum Studium dieser Zustände führt Dolle (Bibliotheca historiae Schauenburgicae. Bückeburg 1751) eine im Kirchenarchiv zu Lindhorst als Manuscript befindliche Historia Lindthorstana des ehemaligen Pastors zu Lindthorst, Anthon Nothold, aus dem Jahre 1625 an.] Gegen die Missstände trat zuerst 1552 ein katholischer Priester zu Oldendorf, Eberhard Poppelbaum, auf. Bald aber fand die Sache der Reformation auch die Unterstützung von Seiten des Landesfürsten. Graf Otto wollte sich mit Elisabeth Ursula, einer Tochter des Herzogs Ernst von Braunschweig, vermählen und versprach, derselben, welche dem lutherischen Glauben zugethan war, einen eignen evangelischen Hofprediger zu halten. Im Jahre 1558 trat Otto selbst der lutherischen Lehre bei. Er erteilte darauf dem von ihm berufenen Hofprediger Dammann die geistliche Aufsicht über das ganze Land.

Durch die Versetzung des Herrn Pfarrer Hüpeden nach Kassel verlor der Vorstand eines seiner thätigsten

 

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