|
.. |
XV es sind 330 eng beschriebene Quartseiten und dann noch ein Anhang von 31 Seiten, welcher verschiedene Register und allerhand Erinnerungszeichen enthält. Einzelnes daraus hat er offenbar später zu veröffentlichen beabsichtigt: es fanden sich in den Band sieben lose einseitig beschriebene Quartblätter eingelegt mit der Ueberschrift: 'Italienische Reisebilder. Skizzen aus meinem Wanderbuche. Von Albert Duncker.' Ein druckfertiger Aufsatz über 'das erste Schreibbuch Friedrichs des Grossen und einige Briefe desselben aus seiner Knabenzeit' — beides auf der Kasseler Landesbibliothek befindlich — ist mir von den Verwandten zur Veröffentlichung übergeben worden und wird demnächst in Julius Rodenberg's Deutscher Rundschau erscheinen. Nicht klein an Zahl wie an Bedeutung waren Duncker’s Entwürfe und Pläne für die Zukunft. Ein Lieblingsgedanke seiner letzten Zeit war es, eine — allerdings sehr wünschenswerthe — Heizung der Büchersäle zu beschaffen. Von wissenschaftlichen Plänen, die schon bestimmtere Gestalt gewonnen hatten, sind zu nennen die Fortsetzung von Strieder's Hessischer Gelehrtengeschichte, Aufsätze über die alte Fuldaer Handschriftenbibliothek, der das Hildebrandslied entstammt, sowie über andere alte Hessische Bibliotheken; ferner auch zwei Unternehmungen, die er in Verbindung mit mir auszuführen gedachte : die Herausgabe einer neuerdings für die Landesbibliothek erworbenen wichtigen handschriftlichen Sammlung und die Veröffentlichung eines Kataloges der Handschriften der Landesbibliothek, und wie viele andere Pläne noch mag der Unermüdliche mit sich herumgetragen haben! Staunen muss man, wenn man die Summe der Leistungen eines verhältnissmässig so kurzen Lebens überblickt, um so mehr wenn man erwägt, dass die Mutter solcher Leistungen denn doch nicht jene schöpferische Urkraft des Genius war, die da allen, sonst dem Sterblichen anhangenden und ihn niederziehenden Bedingungen und Beschränkungen entrückt scheint. Was Duncker's grosse Erfolge gezeitigt hat, war ein klarer, seiner selbst sicherer Verstand, durchdringende Findigkeit, gesundeste von jeder Nervosität freie Arbeitskraft und Arbeitslust, und das alles unter- |
.. |