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XVI stützt von einem ausserordentlichen Gedächtnisse, das ihn befähigte, in jedem Augenblicke den zur Verwendung gerade jetzt nöthigen und passenden Baustein herzulangen, mochte er nahe zur Hand liegen oder in der hintersten Vorrathskammer des Geistes seinen Platz haben. Dazu noch als Letztes, nicht als Geringstes, ein stark entwickeltes Selbstbewusstsein und ein immer wacher Ehrgeiz. Ich will hiermit keinen Tadel ansprechen: jeder, der in der Welt, wie sie nun einmal ist, lebt und wirkt, bedarf zum persönlichen Gedeihen und nicht minder zur Förderung der Sache, die er vertritt, auch äusserer Anerkennung und äusseren Erfolges. Wer diese Dinge stolz verschmäht und 'weit entfernt von allem Schein nur in der Wesen Tiefe trachtet', schadet nicht bloss sich, er schadet auch, was mehr ist, seiner Sache. Niemand, der das Wirken Duncker's näher kennt, wird die innere Gediegenheit, seiner Leistungen in Zweifel ziehen; aber es entsprach seiner Art nicht, über dem Wesen die Erscheinung zu vernachlässigen, neben dem Kerne die glänzende Schale gering zu achten. Er verstand es und liebte es, alles, was in das Gebiet seiner Thätigkeit fiel, zu gebührender Geltung und Anerkennung zu bringen; auch Geringeres wusste er in günstige Beleuchtung zu rücken und bedeutender hervortreten zu lassen; er besass in vorzüglichem Masse die Gabe zu 'repräsentiren'. Dadurch hat er eben so sehr wie durch die Tüchtigkeit seiner Leistungen nicht nur seine äusseren persönlichen Erfolge erzielt und die Beliebtheit sowie die hohe Meinung erworben, deren er in den weitesten Kreisen der Bevölkerung sich erfreute, sondern auch die Würde seiner Stellung gehoben, das Ansehen der von ihm geleiteten Anstalt gefördert, für sie eine Reihe von nützlichen und nothwendigen Einrichtungen an rnassgebender Stelle erwirkt und für andere den Boden vorzubereiten verstanden. Und aus demselben Grunde und in nicht geringerem Grade ist unser Geschichtsverein dem Manne zu Danke verpflichtet: denn nicht nur durch seine Abhandlungen in der Zeitschrift, seine Vorträge in den Monatsversammlungen, seine eifrige Betheiligung an den Vorstandsarbeiten hat er sich um den Verein verdient gemacht, sondern auch durch die erfolgreiche Bethätigung der Gabe, auch nach |
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