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haus die Mittheilung, dass er bei Arbeiten an dem Wege, welcher in der Pachtung des Pfahlgrabens den Doppel-biergrabensumpf überschreitet, mehrere tiefschwarze eichene Pfahlstürmfe gefunden habe. Ich begab mich sofort an Ort und Stelle und machte die interessante Entdeckung, dass diese Pfahlreste einst einem Zaun angehört haben, welcher hier auf der dem Feinde zugekehrten — also der östlichen Seite — der römischen Militärstrasse behuf.s Sicherung der letzteren errichtet war. Bei einer späteren Nachgrabung wurden dann noch 15 Stück solcher Pfahlenden — und zwar in regelmässigen Zwischenräumen von 3m — aufgefunden, die genau in einer geraden Linie standen, welche die an den Sumpf herantretenden, kurzen Anschlusslinien des Walls verbindet. Der Zweck der vorerwähnten Flanken war hiernach völlig klar; dieselben dienten dazu, den Wall bis an die Militärstrasse zurückzuziehen und so eine geschlossene Verbindung des Zaunes mit dem Pfahlgraben zu ermöglichen. Die Pfahlfetümpfe — vierkantig zugespitzt 1/2 bis 3/4 m lang und oben 20 bis 25 cm stark — waren naturgemäss nur an der Stelle des Sumpfes erhalten, wo sie unausgesetzt unter Wasser gestanden hatten: darüber hinaus waren die Pfähle vollständig verwittert. In welcher Weise die Zaunpfähle zu einem Zaun verbunden waren, dafür fanden sich keine Anhaltspunkte vor; am Wahrscheinlichsten ist wohl, dass man zu diesem Zweck Flechtwerk verwendete. Gleichzeitig wurden auch auf mehreren Stellen Profile der alten Militärstrasse genommen, dieselben ergaben für letztere eine Breite von durchschnittlich 71/2 m. Die Herstellung der Strasse war, wie aus den Skizzen ersichtlich, nach der Bodenbeschaffenheit verschieden. Auf der tiefsten Stelle des Sumpfes, Profil nach b—c war die aus Kies bestehende Strassenbahn auf einer sehr starken Holzschicht aufgeschüttet. Letztere war zwar bereits stark verwittert und hatte, besonders in den oberen Schichten zum Theil ein torfähnliches Gefüge angenommen, jedoch konnte noch mit Sicherheit festgestellt werden, dass das Holz — und zwar zum grössten Theil Eichenholz — in regelmässigen Lagen parallel bezw. senkrecht zur Strassenrichtung aufgeschichtet worden war. Der Um-

 

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