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gefunden, dem Verein geschenkt worden sei, und berichtet über die Fortsetzung der Ausgrabungen bei Enkheim: Die Ausgrabung fand statt am 26. September d. J. unter Betheiligung der Herren Pfarrer von Starck, Dr. Wolff, Dr. Suchier, sowie mehrerer Herren von Frankfurt. Es wurde ein sehr grosser Hügel ausgesucht, dessen Abmessungen Herr Professor Sommer aus Frankfurt auf 26 m Durchmesser und 1,65 m Höhe feststellte, Von 4 Seiten her wurden nach der Mitte zu Gräben gezogen. Die Funde lagen sämmtlich in der Mitte des Hügels, und zwar in der Tiefe von 2 m eine sehr grosse Urne (48 cm Durchmesser), deren untere Hälfte mit einer Verzierung, bestehend aus gekreuzten Linien — ähnlich wie Notenlinien — versehen war. Eine ähnliche Urne ist bereits bei Langenselbold gefunden worden. In der Urne lag ein kleines recht gut erhaltenes Trinkgefäss. Ferner wurden gefunden 4 Schalen von gleicher Form, sowie ein sehr stark verrostetes eisernes Schwert und neben letzterem ein schönes Gefäss. Die Erde war auf der Stelle, wo die Fundstücke lagen, sehr fest; eine Untersuchung derselben durch die Herrn Dr. Bury und Apotheker Metzler zu Bergen ergab eine Zusammensetzung aus Thon und Sand. Bei der Durchforschung eines zweiten Hügels wurde gleichfalls eine sehr grosse Urne gefunden, welche zusammengesetzt werden konnte. Der Herr Vortragende schliesst seine Mittheilungen mit dem Ausdruck des Dankes für den anwesenden Herrn Pfarrer von Starck, welcher sich besonders für die Ausgrabungen interessirt und die Funde dem Vereinsmuseum zugewendet hat. Nachdem Herr Pfarrer von Starck noch einige ergänzende Angaben gemacht hatte, vervollständigt Herr Dr. Suchier seinen Bericht noch durch die Mittheilung, dass das in dem erstgenannten Hügel gefundene Schwert genau von Norden nach Süden und alle Fundstücke auf der Ostseite des Schwertes lagen. Die vier Schalen mögen wohl mit Speisen, die Trinkgefässe mit Getränke beigesetzt worden sein.

Herr Pfarrer Junghaus macht alsdann Mittheilung über ein altgermanisches Denkmal in der Nähe seines neuen Wohnorts Preungesheim. Unfern von dort, mitten in einem Moorgrund befände sich ein sehr steiler

 

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