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LXXXI 5 bis 6 m. hoher Hügel von etwa 20 m. Durchmesser, genannt „der Bachberg". Im Munde des Volkes werde dieser Hügel als Judenkirchhof bezeichnet; derselbe sei in früheren Jahren angestochen und habe man daselbst Knochen gefunden. Neben dem Hügel befinde sich eine lebende Quelle und es sei wohl anzunehmen, dass hier eine germanische Ansiedelung vorhanden gewesen, welcher das jetzige Preungesheim seinen Ursprung verdanke. Herr Pfarrer Junghans ladet den Verein zu einer Ausgrabung für das nächste Jahr ein und wird es übernehmen hierzu die Genehmigung der betreffenden Besitzer einzuholen. Schliesslich macht der Vorsitzende, Herr Dr. Wolff, noch einige vorläufige Mittheilungen über die gegenwärtig stattfindenden Ausgrabungen zu Kesselstadt, woselbst ein Castell von ca 375 m. Seitenlänge festgestellt und die im Jahre 1880 begonnene Erforschung der Villa auf dem Salisberg beendet worden sei. Die detaillirten Angaben müssen wegen der bereits vorgerückten Zeit bis zur nächsten Monatsversammlung verschoben werden. Folgende Fundstücke von Kesselstadt werden durch Herrn Dr. Suchier vorgezeigt: a) eine Pincette von Bronze ; b) ein Stilus ; c) Glasstücke ; d) Stein-Fussboden, bestehend aus Opus signinum ; e) ein Stempel der Legio XXII und einer mit COHICR. Letzterer fand sich auch in einigen Exemplaren in Krotzenburg vor, ferner in Seligenstadt und bei Erbach an der Mümmlingslinie; f) Töpferstempel: Boudus, Javenus, Macco, Priscus, Vibius, Vimpus; g) ein schön erhaltenes Lämpchen; h) ein Bronzering, innen rund, aussen achteckig; i) ein Doppelas von Trajan. Herr Dr. Wolff spricht noch dem anwesenden Herrn Pfarrer Hufnagel zu Kesselstadt den Dank des Vereins aus für seine thatkräftige Unterstützung bei den Ausgrabungen. 10. November. Der Vorsitzende Herr Dr. W olff hält den angekündigten Vortrag über die Ausgrabungen in Kesselstadt. Die diesjährigen Ausgrabungen in und bei Kesselstadt bildeten die Fortsetzung und Ergänzung der im vorigen Jahre bei Eintritt des Frostes abgebrochenen Arbeiten. Zum Verständniss des Vortrags war es daher nöthig. das Protokoll über den Mittheilungen. 6
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