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LXXXII

Bericht des Herrn Vorsitzenden vom 4. November 1886 und seine späteren Mittheilungen in der Monatsversamm-Inng vom 2. December 1886 zu verlesen. Sodann hob der Vortragende hervor, dass auch diesmal wie im vorigen Jahr Herr von Rössler sein Interesse für die Sache und für den Verein dadurch bethätigt habe, dass er zu den Arbeiten von Nienburg herbeigeeilt sei. Mit ihm gemeinsam habe er die Ausgrabungen geleitet; unterstützt von den Vorstandsmitgliedern, den Herren Dr. Suchier, Major Dahm und Eduard Rössler, besonders aber auch durch die Kesselstädter Herren Pfarrer Hufnagel, Bürgermeister Geibel, Lehrer Nuhn und Gerlach. Die Arbeiten hatten ein doppeltes Ziel: 1) Untersuchung der auf dem Salisberge vorausgesetzten Villenanlagen im Anschluss an die Ausgrabungen des Jahres 1880 und 2) Nachforschungen nach dem Castell, welches nach den Ergebnissen der vorjährigen Arbeiten auf dem Boden des heutigen Dorfes angenommen werden musste. Die Resultate übertrafen an beiden Stellen alle Erwartungen. Auf dem Salisberge wurde die im Jahr 1880 theilweise aufgedeckte Villa mit Hofraum weiter verfolgt und ihr gegenüber eine andere ähnliche aufgedeckt, die von jener durch eine gegen die Häuserfluchten senkrecht gerichtete Strasse getrennt war, deren Packung in der untersten Lage zum Theil erhalten war, während die durch den Pflug aufgerissenen oberen Theile sich auf der Oberfläche der Aecker als steiniger Streifen noch bemerkbar machten. Die Richtung der Strasse und ihre Breite lässt sie mit, Sicherheit als Fortsetzung der im vorigen Jahre bei Wilhelmsbad und nördlich vom Salisberge nachgewiesenen Römerstrasse erkennen, die zur Mainbrücke bei Hanau führte. Selbstverständlich wurden die Grundrisse der Gebäude und Höfe, soweit sie sich erkennen Hessen, genau aufgenommen; sie werden bei der beabsichtigten zusammenfassenden Darstellung der Kesselstädter Ausgrabungen, in der auch die zahlreichen Funde von Anticaglien, besonders Gefässresten mit Töpferstempeln und eingeritzten Inschriften Erwähnung finden sollen, veröffentlich werden. — Schwieriger waren die Nachforschungen im Dorfe nach Resten des vermutheten Castells. Als Grundlage diente nur ein 8 m. langes, 2,20 m. breites Stück Gussmauer, welches

 

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