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LXXXIX

konnte demnach bequem eine Legion mit ihren Hülfstruppen aufnehmen. Andererseits waren zur Vertheidigung des Castells mindestens 1300 Mann, also rund 3 Cohorten erforderlich. Innerhalb dieser Grenzen bewegte sich also die Besatzungsstärke und wir werden letztere durchschnittlich auf etwa 4—5000 Mann, also nahezu 1/2 Legion mit ihren Hülfstruppen anzunehmen haben, einmal weil in jener Zeit den Römern nicht übermässig viel Truppen für die Occupation dieser Gegend zur Verfügung standen und ausserdem weil diese Truppenzahl ungefähr den zum Theil bekannten Besatzungen der römischen Rheincastelle (Vetera castra, Colonia Trajana etc ) entsprechen würde

Der Conservator Herr Dr. Suchier theilte alsdann noch mit, dass es ihm nach vieler Mühe gelungen sei, die im dritten Enkheirner Grabe am 26. September 1887 gefundene grosse Urne zusammenzusetzen. Dieselbe wurde vorgezeigt und ebenso das bei dieser Ausgrabung gefundene, in 4 Stücke zerbrochene eiserne Schwert, dessen Reinigung von den anhaftenden massiven Rostklumpen trotz aller Bemühungen nicht möglich gewesen ist. Betreffs der Feststellung des Alters germanischer Gefässe gelangt zum Schluss noch eine Angabe Dieffenbachs zur Mittheilung, dass nämlich ein mit kleinen Quarzstücken durchsetzter Thon, wie er oft bei älteren germanischen Gefässresten vorgefunden werde, auf der Töpferscheibe nicht bearbeitet sein könne, da ein derartiger Thon bei dieser Bearbeitungsweise durch die kleinen Steine rissig werde: andererseits könne ein geschlemmter Thon nur im Brennofen und nicht am offenen Feuer gebrannt werden. Da nun feststehe, dass Brennöfen und Töpferscheibe erst durch die Römer in unsern Gegenden bekannt geworden sind, so sei die Beschaffenheit des Thons als ein wesentliches Merkmal für das Alter der Gefässe anzusehen.

 

3) Zu Marburg.

Im verflossenen Vereinsjahre wurden im Lokale des Museums, welches in dankenswerter Weise auch in dem neuen Gebäude dem Vereine für seine Sitzungen ein Zimmer zur Verfügung stellte, 6 Monatssitzungen

 

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