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abgehalten; ausserdem wurden 6 Ausflüge an historisch oder kunstgeschichtlich wichtige Plätze veranstaltet.

Die erste Monatssitzung fand am 28. Februar statt. In dieser hielt Herr Pfarrer Kolbe einen Vertrag über zwei Hünengräber.

Nachdem der Vortragende den an und für sich unzutreffenden Namen Hünengräber, als riesige Heidengräber erläutert hatte, gab derselbe zunächst eine Uebersicht der verschiedenen Arten dieser Gräber in Deutschland, beziehungsweise in Hessen. Hiernach unterscheidet man dieselben nach ihrer äusseren Construction in Hochbauten und Tiefbauten, d. h. in Hügelgräber und in Tiefgräber, bei denen sich der Todte im Hügel oder in einem, in den Erdboden versenkten. Grabe befindet. Die Hochbauten bestehen aus colossalen Steinen oder Erdaufschüttungen, oder aus beidem Material zugleich. Die Tiefgräber dagegen sind äusserlich gar nicht sichtbar, da sie über den Erdboden nicht hervorragen. Alle diese Arten von Begräbnissen wurden in Hessen nachgewiesen. Von den eigentlichen Steinbauten, den ältesten Denkmälern der grauesten Vorzeit, die jedenfalls einem vorgermanischen Volksstamme angehören, hat sich nur ein, wenn auch bedeutender Rest in der Hunburg in der Ginselau erhalten, da sich hier laut den mittelalterlichen Urkunden ein grosser Steinring und ein steinernes Todtenhaus (domus lapidea, tecta, materia lapiclum) vorfand. Von den Erdhügelgräbern mit verbrannten und unverbrannten Leichen, mit und ohne Urnen, in und ohne Steinverpackung, konnte dagegen bei uns eine grosse Menge nachgewiesen werden, wobei darauf aufmerksam gemacht wurde, dass diese grossen Erdhügel wohl nur angesehenen Personen errichtet worden sind, während das Volk im ganzen und grossen in den Tiefgräbern der Todtenfelder seine Ruhestätte fand. — Charakteristisch für die bedeutendsten Hünengräber und Todtenfelder ist aber der Umstand, dass dieselben sich stets bei den alten Cultus-und Gerichtsstätten befinden. So wird hervorgehoben, dass sogar ein Dorf in Hessen, in der nächsten Nähe des politischen und religiösen Hauptortes der alten Chatteri, des von Tacitus erwähnten Mattium, bis heute nach diesen heidnischen Todtenfeldern benannt ist,

 

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