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XCIII

Bestiz des Landes gelangt sein werde. Während sie die Anerbietungen des Landgrafen zu gütlichen Vergleichen ablehnte, fand sie in Wien, Berlin und Hannover volle Unterstützung in ihrer Angelegenheit. Die Mitglieder des von Friedrich dem Grossen 1785 zum Schütze gegen die Ländergier des Kaisers gestifteten Fürstenbundes (dein übrigens auch Landgraf Wilhelm angehörte) mussten in dem Landfriedensbruch eine Gefahr für den Frieden Deutschlands sehen und befürchten, dass der Kaiser diese Gelegenheit benutzen werde, den Bund zu sprengen. Preussens und Hannovers energischen Vorstellungen, ja Drohungen wich der Landgraf, noch ehe der scharfe kaiserliche Erlass vom 2. April eintraf. Nachdem am 5. April die ersten hessischen Truppen zurückgezogen worden, erfolgte am 17. April der Befehl zur Räumung des Landes. Das Unternehmen des Landgrafen war gescheitert.

An Stelle des Vortragenden, welcher leider in diesen Tagen aus unsrer Stadt scheidet, wurde zum Schriftführer des Vereins Herr Dr. Reimer gewählt.

Am 15. Juli versammelte sich der hiesige Geschichtsverein zur Wahl des Vorstandes für das neue Vereinsjahr; es wurden die bisherigen Mitglieder wiedergewählt, nämlich: zum Vorsitzenden Archivrath Dr. Könnecke, zum Schriftführer Archivar Dr. Reimer, zum Conservator L. Bickell. — Die Rechnungsablage gab Veranlassung, von Neuem auf die Nothwendigkeit hinzuweisen, für die Deckung der Schulden der Alterthumssammlung, wie für die Neuaufstellung derselben neue Mittel flüssig zu machen. Leider ist der schon öfter erlassene Aufruf zu freiwilligen Beiträgen von keinem Erfolg gewesen. — Mit anerkennenden Worten gedachte der Vorsitzende der langjährigen eifrigen Thätigkeit des nach Kassel berufenen Herrn Generalsuperintendenten Kolbe und erbat sich die Vollmacht, den Dank für diese Thätigkeit dem aus dem Lokalverein scheidenden Mitgliede schriftlich auszusprechen. An seine Stelle im Redactionsausschusse ward Herr Geb. Rath Münscher gewählt. — Zu einer eingehenden Besprechung gab eine Nachricht der „Oberhessischen Zeitung" über den angeblichen Opferstein in der Ohm bei Bürgeln Veranlassung. Da die An-

 

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