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die Fabrikanten aus, die das Corps der Bijoutiers begründet hatten; was nur zur Hebung ihres Kunsthandwerks gethan werden konnte, das wurde von ihnen mit allen Kräften erstrebt. Aus ihrer alten Heimath Frankreich, besonders aus Paris, beriefen sie die besten Arbeiter nach Hanau, aber auch in ihrer neuen Heimath wollten sie ihre Kunstfertigkeit weiter vererben. Wenn seither sich in der Werkstätte allein der Lehrling und Geselle den ganzen Umfang der für ihn nöthigen technischen und künstlerischen Erfahrungen aneignen musste, so suchen sie ein neues Element für die künstlerische Erziehung ihrer Genossenschaft zu gewinnen: sie erkennen dieses in der Einrichtung einer Fachschule für Goldschmiede, der von ihnen begründeten Hanauer Zeichenakademie. Aus den Akten dieser Anstalt lässt sich erkennen, wie opferwillig in der ersten Zeit ihres Bestehens die Hanauer Fabrikanten dieses Institut unterstützten (siehe auch Hausmanns Vortrag 1872). Will man jedoch einen Einblick in die hervorragenden künstlerischen Leistungen der Hanauer Bijoutiers des 18. Jahrhunderts gewinnen, so lässt sich derselbe einstweilen nur erwerben durch einen Besuch der Sammlung des verstorbenen Freiherrn von Rothschild in Frankfurt a. M. Von den nahezu 300 gravirten, emaillirten und mit Kleinodien geschmückten Dosen, die daselbst aufgestellt sind, lässt sich mit Bestimmtheit ein grösserer Theil für die Hanauer Fabrikation in Anspruch nehmen, ein genauerer Nachweis für jedes einzelne Werk wird jedoch erst gelingen, wenn die Fabrikstempel jener Dosen mit den Namen der Hanauer Fabrikanten verglichen werden können. Vereinzelte Stücke dieser Sammlung, deren Miniaturgemälde mit dem Namen des aus Paris gebürtigen Moret de Blaremberg gezeichnet sind, sind zweifellos Werke der Hanauer Industrie, da dieser Künstler nachweisbar 1779—1801 hier gelebt und gearbeitet hat, vermuthlich jedoch noch früher und später. (Akten der Königl. Zeichenakademie zu Hanau.) Ausser diesem Emaillemaler sind noch die folgenden Miniatur- und Emaillemaler zu nennen, die sich von Mitte des 18. bis Anfang 19. Jahrhunderts bei ihren Zeitgenossen eines Ansehens alter Künstler erfreuten: Marchand, Ignatius, Peter Krafft, Zeichenmeister Wentz, Ludwig

 

 

 

 

 

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