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bei Aschaffenburg bezeichnete. — Paulus veröffentlichte 1863 in seinem bekannten Schriftchen: „Der römische Grenzwall vom Hohenstaufen bis zum Main“ die Ergebnisse seiner Untersuchung mit eingehendster Beschreibung aller auf dem ganzen Wege wirklich oder vermeintlich vorgefundenen Grenzwallüberreste, und es schien damit,- wie er selbst glaubte und aussprach, die Frage des südmainischen Pfahlgrabenzuges ein für allemal endgültig erledigt zu sein. So habe sie auch für den Vortragenden gegolten, als er im Jahre 1875 zuerst begonnen hätte, sich aus Anlass der Erschliessung der römischen Altstadt-Niederlassung bei Miltenberg durch den Bau der Aschaffenburg-Miltenberger Eisenbahn mit praktischer Alterthumsforschung zu beschäftigen. In Ermangelung eines berufeneren Sachverständigen sei er hierbei als eine Art Conservator zugezogen worden und habe nun in Folge günstiger Umstände darauf hinwirken können, dass die archäologische Untersuchung des betreffenden Terrains in ausgedehnterem Massstabe stattfand. — Unter seiner Mitwirkung und bezw. Leitung sei denn zunächst am linken Ufer des sich hier in den Main ergiessenden Mudbaches ein kleines römisches Gräberfeld mit 24—26 dürftigen Bestattungen aufgedeckt, weiter westlich ein umfangreiches Militärgebäude mit Heizungsund Badevorrichtung (der „Officiersbau“, Fundort einer Fülle interessanter Alterthümer) erschlossen und 45 Kilometer davon das vermuthete Kastell an der Decumanaseite schräg durchschnitten worden. Auch eine Anzahl von Cabanenbauten, sowie mehrere gemauerte Brunnen seien zum Vorschein gekommen. Die Ausgrabungen zur genaueren Untersuchung des sich als Lager von 170 zu 160 Meter Seitenlänge darstellenden Kastelles und seiner nächsten Umgebung seien in den folgenden Jahren fortgesetzt, und die Ergebnisse bis zum Jahre 1877, speciell die zahlreichen inschriftlichen Funde vom Vortragenden (im XIV. Bande der Nassauer Annalen) veröffentlicht worden. Es war Conrady nicht zweifelhaft geblieben, dass das aufgedeckte Kastell zum Limes gehören und die nach der römischen Niederlassung bei Walldürn folgende achte Hauptstation am Pfahlgraben bilden müsse.

 

 

 

 

 

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