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XLII

das unter dem Namen „Alteburg“ schon seit dem vorigen Jahrhundert bekannte römische Kastell bei Walldürn 800 Meter weit ausserhalb des Grenzwalles liegen lässt. Im Texte des Paulus’schen Werkchens ist das jedoch nicht bemerklich gemacht und noch weniger aufgeklärt; gleichwohl ist aber Walldürn auf Grund dieses Kastelles als 7. „Grenzgarnisonsstadt“ am Limes angenommen und auf der beigegebenen Karte mit der grösseren Marke für Hauptkastelle bezeichnet, während für die Alteburg das kleinere Zeichen für „Schanzen“ entsprechend ausserhalb der Grenze beigesetzt ist. — Nicht minder bedenklich wollte es erscheinen, dass die Fortsetzung der geraden Linie von Walldürn bis zum Maine in denkbar ungünstigster, den Wachtdienst unendlich erschwerender Weise über fünf grössere und geringere Thaleinschnitte mit theilweise 1000 Fuss hohen steilen Abhängen hinweg und schliesslich an eine Uferstelle geführt haben sollte, an welcher die Anlage des erforderlichen Kastells nicht möglich war. Gleichwohl hatte sich Conrady die Mühe nicht verdriessen lassen, jene ganze Strecke theilweise wiederholt und mit Zuziehung anderer Personen zu durchwandern, um die von Paulus gleichsam handgreiflich beschriebenen Grenzwallüberreste aufzufinden. Vom erwähnten „Räuberschlösschen“ aufwärts sollte der Pfahlgraben „noch deutlich erkennbar'“ quer über dem Sattel des 1200 Fuss hohen Wannenberges führen, und auf dem Gipfel des Bergrückens „der Trümmerhügel eines Wachthauses sichtbar“ sein. Trotz eifrigsten Suchens liess sich aber von diesen auch dem Forstpersonal durchaus unbekannten Dingen keine Spur entdecken; Paulus müsste dann einen etwas seitab gelegenen Haufen zusammen geworfener Abfälle von hier bearbeiteten Quader- und Mühlsteinen, wie sie dort mehrfach vorkommen, für den Ueberrest eines Wachthauses gehalten haben. — Der nach (auffällig weithin) spurlosem Zuge in langgezogener Diagonale über das Eichenbühler Thal hinüber, auf den jenseitigen Höhen bei den Berndieler Höfen angeblich auf „längere Strecke sichtbare Wall“ erwies sich augenscheinlich als ein kümmerlicher Aufschutt ausgeackerter Steine, der, statt schnurgerade, in tief einspringenden Winkeln und Krüm- [Krümmungen]

 

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