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XLIV Gräber der bayerischen Generalstabskarte längs dem Westabhang des Spessarts erwiesen sich als germanische Hügelgräber, und eine auf derselben Karte verzeichnete „römische Schanze“ bei Kleinwallstadt (wohin wegen dieses Namens Paulus eine Hauptstation an dem vermutheten Spessartlimes verlegt hatte) ergab sich nach dem örtlichen Befund als eine völlig haltlose Annahme. Trotz dieser negativen Erfolge umfangreicher Untersuchungen zögerte aber Conrady immer noch, „das unreife Urtheil eines archäologischen Neulings“ über die so bestimmt formulirten Forschungsergebnisse einer Autorität wie Paulus zu setzen. Selbst noch nach Auffindung jenes merkwürdigen Denkmals auf dem Greinberge bei Miltenberg (im Sommer 1878), eines rohen Sandsteinobelisken mit der Inschrift: INTER TOVTONOS *), der nach der jetzigen Auffassung so unzweideutig auf die ehemalige römische Reichsgrenze hinzeigt, hatte er geglaubt (in einer Veröffentlichung über jenes Denkmal in Nr. 9 und 10 des Correspondenzblattes des Gesammtvereins der deutschen Alterthumsvereine vom Jahre 1878) die schnurgrade Fortsetzung des Grenzwalles von Walldürn bis zum Maine bei Freudenberg bis zur Führung eines förmlichen Gegenbeweises aufrecht erhalten zu müssen. Dieser Gegenbeweis sollte nun aber bald erbracht werden. Redner erzählte, wie er durch zufällige Erkundigung bei einem hochbetagten Einwohner von Reichartshausen Namens Joseph Erbacher im October 1879 auf die sogenannte „Weisse-Mauer“ im dortigen Gemeindewald aufmerksam wurde, wo der 75jährige Mann als Knabe behauene Werksteine gesehen haben wollte. Der Punkt lag in einer Richtung, in welcher nach der Vermuthung des Vortragenden, wie immer auch der Grenzwall verlaufen mochte, nach den gesammten Terrainverhält- [Terrainverhältnissen] ______________ *) Unter diesen beiden rings um die Säule herum eingemeisselten Worten: INTER
TOVTONOS stehen noch die vier bis jetzt unaufgelösten Initialen. Das Schluss-F wird allgemein als eine Form von ,Finis’ oder ,finire’ gedeutet.
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