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XLV [Terrainverhältnissen] nissen nothwendig eine directe Verbindungsstrasse zwischen dem Miltenberger Altstadt-Castell und der Alteburg bei Walldürn hinziehen musste, von welcher er denn auch bereits einen Theil in dem uralten „Krämetsweg“ bei Mombrunn erkannt zu haben glaubte. Es wurde deshalb an der „Weissen Mauer“, einem unscheinbaren baumbewachsenen Hügelchen, eine Ausgrabung vorgenommen, welche dann wirklich ein in römischer Werkweise hergestelltes Mauerviereck von 8,20 m. zu 7,20 m. Seitenlänge, jedoch ohne charakteristische Beilagen zu Tage förderte. Ungefähr um dieselbe Zeit führte den Redner die Nachricht vom Funde eines sculptirten Steines wiederholt nach Reinhardsachsen, und zu seiner Freude stellte sich der Stein als eine kleine römische Ara, der Fundort derselben, die Feldgewann „Hasselburg“ (wo nach der Erzählung der Einwohner einst ein Schloss gestanden habe), mit zahlreichen Bruchstücken von Terra sigillata und römischen Ziegeln als die zweiffellose Stelle einer erheblichen römischen Niederlassung dar, welche 1½ Km. innerhalb der von Paulus östlich an Reinhardsachsen vorübergezogenen Limeslinie liegt. — Zufällig hatte Conrady jetzt auch zuerst Gelegenheit, einen Trümmerhügel im Glashofener Walddistrict „Weisser Kreuzschlag“, der von Paulus als Ueberrest eines römischen Wachthauses bezeichnet war, zu Gesicht zu bekommen. Und hier fand sich denn zum ersten und einzigen Mal auf der ganzen Strecke diese Angabe bestätigt. Dieser Schutthaufen barg augenscheinlich die Grundmauern eines Gebäudes, welches die Umwohner ,,Steinern Haus“ oder „Hönehaus“ nennen und im Zusammenhang damit die „von den Altvordern“ überkommene Sage von dem Riesenfräulein, welches dem Vater einen Bauer sammt seinem Gespann in der Schürze heimbrachte, erzählen. Weisse Mauer, Hasselburg und Steinern Haus lagen aber, wie die Karte zeigte, 9 Km. auseinander auf einer geraden Linie, welche das Altstadtkastell bei Miltenberg und die Alteburg bei Walldürn auf dem einfachsten, natürlichsten und günstigsten Wege miteinander verbindet und zugleich die römische, bisher so isolirte Fundstelle innerhalb des Greinbergringwalles in ungekünstelte
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