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XLVI Verbindung damit bringt, — und nun blitzte plötzlich in Conrady die freudige Ueberzeugung auf, dass jetzt wohl endlich die thatsächliche Richtung des röm. Grenzwallzuges an den Main glücklich gefunden sei! Als natürliche Folgerung schloss sich dann hieran der weitere Schluss, dass die Fortsetzung des Grenzzuges nun nur am linken Mainufer bis nach Gross-Krotzenburg, und der Flussübergang nur dort, nicht bei Freudenberg, stattgefunden haben könne, sowie dass damit die Annahme eines Spessartlimes als haltlos für immer zusammenfalle. — Mit Hülfe der vortrefflichen Lokalkenntniss Erbachers war nun bald 600 Schritte nordwestlich von der Weissen Mauer im Walddistrict „Sauergras“ ein weiterer Trümmerhügel aufgefunden worden, der ein Mauerviereck von je 4,70 m. Seitenlänge (der von Paulus nachgewiesenen Mittelgrösse der Wachthäuschen am Grenzwall), sowie einige römische Gefässscherben nebst einer Quantität Asche und Kohlen (wie fortan regelmässig alle Stationen) enthielt. Daran reihte sich 1200 Schritt weiter nordwestlich im Dickicht des „Hagwaldes“ bei Reichartshausen ein umfangreicher Schutthügel, welcher nun gar zwei Gebäudereste barg, deren grösserer dem Bau in der Weissen Mauer, der kleinere dem im District Sauergras entsprach. Bei dem Abstand von 1200 Schritt liess sich eine Zwischenstation vermuthen, welche demnächst auch thatsächlich in der Waldabtheilung „Strüth“ durch Ausgrabung von Mauersteinschrotten und Gefässscherben nachgewiesen wurde und zwar an einer Stelle, wo nach deutlicher Erinnerung des mit einem ausser-gewöhnlich treuen Gedächtniss begabten Ortsangehörigen Erbacher in seiner Jugendzeit ein grosser Steinhaufen zu Wegbauten weggefahren worden war. In den letzten Tagen des November hatte dann abermals, nur 300 Schritt südöstlich von der Weissen Mauer, im dichten Waldgestrüpp der „Schwarzen Sutte“ ganz nahe an der badisch-bayerischen Grenze ein Wachthausrest im Geviert von 4,90 und mit theilweis noch 11 Mauerschichten ausgegraben werden können. Die geringe Entfernung von der vorigen Station erklärte sich später dadurch, dass die alte Heerstrasse beim Abschneiden eines einspringenden Winkels des Grenzwalles in den letzteren
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