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XLVII

an dieser Stelle wieder eintritt. Trotz strenger Kälte wurde zuletzt noch im Anfang Dezember durch eine vorläufige Untersuchung am ,,Steinern Haus“ bei Glashofen constatirt, dass das dortige Gebäude nicht blos in Struktur und Umfang, sondern auch in der Richtung seiner Längenachse (welche bei den gefundenen Mauerfundamenten stets genau mit dem Compass festgestellt worden war) mit dem Baureste der Weissen Mauer wesentlich übereinstimmte und augenscheinlich einen Bestandtheil der neuen Limeslinie bildete. Damit durfte dann die 10 Km. lange Strecke der letzteren vom Hagwald bei Reichartshausen bis zum Steinern Haus am Ausgang des Jahres 1879 als vorläufig festgestellt gelten. Der strenge Winter 1879/80 hatte die Wiederaufnahme der Untersuchungen erst anfangs März 1880 gestattet. Da sich in nordwestlicher Fortsetzung von der Hagwaldstation weitere Anhaltspunkte nicht finden liessen, war Conrady zu der Vermuthung gekommen, dass der Grenzwall behufs Vermeidung eines sumpfigen Thaleinschnittes an dessen oberem Ausgang bei Wenschdorf mit nördlicher Wendung nach dem Plateau der Mainuferhöhen gezogen sei. In vollkommener Bestätigung dieser Vermuthung wurden denn auch bald in den sogenannten „Hönsch“ = (d. h. heunischen oder hönischen) ,,Hecken“, den an den Hagwald angrenzenden Bauernwaldparzellen, die anschliessenden Trümmerhügel zweier Wachthäuser nachgewiesen und überdies in einer leichten Bodenwelle der letzte Ueberrest des einstigen Pfahlgrabens erkannt. Auch hier klärte sich der unregelmässige Abstand der beiden Stationen von einander nachträglich durch den Umstand auf, dass die später nachgewiesene Heerstrasse bei dem nördlicheren Wachthaus aus dem Grenzwall heraustritt, um dessen einspringenden Winkel zwischen hier und der „Schwarzen Sutte“ abzuschneiden. — Redner ging nun zur Schilderung der Entdeckungsfahrt über, welche er behufs Erforschung der südöstlichen Fortsetzung der neu entdeckten Limeslinie in Begleitung eines vortrefflichen Arbeiters am 10. März vom Wachthaus in der Schwarzen Sutte aus hinüber in das badische Gebiet antrat.

Nach vergeblichem Absuchen der ersten folgenden Stationen nach Ueberresten wurde der nächste Trümmer- [Trümmerhügel]

 

 

 

 

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