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LXXIX

[Landesverfassung] verfassung, welche sich 1463 die Verpfändungen verbot, gewesen und es niemals zu einer unterpfändlichen Einräumung dieser westfälischen Aemter zu Hessen und zu einer Unterbrechung der schenkisch viermundtischen Pfandschaften durch eine landgräfliche gekommen, zumal Erzbischof Hermann den Schenken und Viermundts auch persönlich verschuldet gewesen, vielmehr habe Hermann 1483 die ihm nach Heinrichs Tode übertragene Vormundschaft benutzt, um die Pfandschaft zuerst halb, dann 1492 ganz von den westfälischen Flecken ab und auf den Rheinzoll zu Linz zu wälzen, so dass die westfälischen Flecken nur ein Ergänzungspfand für den Fall der Unzulänglichkeit des Rheinzolls gebildet. Erzbischof Hermann sei aber bei der ungeheuren Staatsschuld des Erzstifts weder die von Heinrich von 218311 fl. auf 50000 fl. ermässigte Kriegsschuld, noch eine andere Schuld an Hessen von Katzenellenbogen her im Betrage von 44583 fl., welche bis auf 25000 fl. erlassen worden, zu tilgen und zu verzinsen im Stande gewesen und ihm deshalb von seinen Neffen für seine Lebenszeit die Tilgung der Kriegsschuld, sowie die Tilgung und ein Theil der Zinsen der andern Schuld nachgelassen. Infolge des Rückstandes seines Nachfolgers Erzbischof Philipp II. sei es 1516, als Hessen die westfälischen Aemter trotz eines Verbots des Reichskammergerichts einzunehmen gedroht habe, beinahe zum Kriege gekommen, der durch das Dazwischentreten der Grafen von Waldeck verhütet und sei dann diese Schuldsache vom jungen Landgrafen Philipp d. Gr. dahin beigelegt worden, dass 1519 die Landschaft von Westfalen sich für den Rest der Kriegsschuld, welche erst 1538 vollständig getilgt wurde, verbürgt. — Zum Schluss berichtete Herr Bauinspektor Schwamborn über den letzten Ausflug vom 31. October, welchen der Geschichtsverein nach Stausebach und Himmelsberg unternommen hatte, und erging sich des weiteren namentlich über die baugeschichtliche Bedeutung dieser und der Kirchhainer Kirche.

Die Decembersitzung wurde durch einen Vortrag *) des Herrn Professors v. Drach über hessische

*) Dieser Vortrag ist inzwischen mit weiteren Ausführungen in den Nrn. 4—8 der Bayerischen Gewerbezeitung von 1889 im Druck erschienen.

 

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