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LXXXI

Kassel hinweisen. Erst im Jahre 1688 ward wieder vom Landgrafen Karl ein solche angelegt und ein französischer Emigrant Jaques Bouchon als »Tapissier« bestellt, nachdem sich kurz zuvor auch andere Franzosen zu Kassel als »Tapissirer« niedergelassen hatten. Arbeiten des genannten Meisters kommen in den Inventaren mehrfach vor, nähere Nachrichten über die von ihm geleitete Anstalt fehlen, nur steht fest, dass sich die Werkstätte in einem fürstlichen Gebäude befunden hat. Letzteres dürfte betreffs einiger im vorigen Jahrhundert als »Hoff-Tapissiers« vorkommender Meister (Janicaud um 1711, J. J. Dumontel um 1750, Borel um 1775, Löwringhausen 1780), welche ausser grösseren Wandtapeten, auch gewirkte Möbelsitze u. dergl. geliefert haben, nicht mehr zutreffen und kann daher von ihren Werkstätten als Fürstlichen Manufakturen nicht mehr die Rede sein.

Der erste Ausflug wurde am 21. April nach Hachborn gemacht. Hier waren unter Beihilfe des Vereins vorher Ausgrabungen auf der Stelle des ehemaligen Klosters gemacht, welche jedoch ohne grosse Resultate waren. Es stehen von den alten Klostergebäuden bekanntlich nur noch einige Mauern und ist noch ein schöner Keller vorhanden. — Zu dem zweiten Ausfluge war der dritte Pfingsttag (22. Mai) bestimmt. Es wurde eine Schwalmfahrt nach Neukirchen veranstaltet. Auch der Giessener Geschichtsverein war dazu eingeladen und zahlreiche Mitglieder desselben hatten der Einladung Folge gegeben. Die Eisenbahn wurde bis Treysa benutzt, und von dort nach Ziegenhain gewandert. Hier wurde unter der Leitung des Herrn Superintendenten Heussner das Schloss besichtigt, welches durch die entgegenkommende Freundlichkeit des Herrn Inspektors Decker den Besuchern in allen seinen Theilen geöffnet war. Das berühmte Schwert, das einst der kühne Schütze Stephan Muhly angeblich erobert, wurde auf dem Rathhause in Augenschein genommen. Es ist aber jedenfalls ein schon dem XVI. Jahrhundert angehöriges Paradeschwert. In Neukirchen war Salatkirmes, welche unter den Linden vor der Stadt abgehalten wurde. Der Hauptzweck des Ausflugs, die verschiedenen Festtrachten der Schwälmer zu sehen, wurde erreicht, da das schöne Wetter sie

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