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zahlreich in ihrem Festschmucke hatte erscheinen lassen. — Eine für den Juni angezeigte Ausfahrt nach der bei Oberrosphe belegenen Hundeburg verregnete; sie wurde erst am 13. September ausgeführt. Es wurde festgestellt, dass jetzt durchaus kein äusserer Anhalt mehr vorhanden sei, welcher die Annahme, dass hier eine Burg gestanden habe, rechtfertige. Auch nicht die geringste Spur von Mauerwerk oder der kleinste Brocken von Speis fand sich, trotz emsigstem genauesten Suchen vor. — Von grösserem kunsthistorischem und antiquarischem Genusse war die am 30. August nach Sterzhausen, Michelbach und Wehrshausen veranstaltete Ausfahrt. Die Kirchen der beiden ersten Orte haben noch manche romanische Bauformen ; die Wehrshauser Kirche, welche auf Kosten der Landstände durch Herrn Landesbauinspektor Brüning gerade restaurirt wurde, ist ein durch edle Formen gefallender rein gothischer Bau.

Am 23. September wurde ein Ausflug nach dem Blankenstein bei Gladenbach veranstaltet und unterwegs die tausendjährige Eiche bei Allna sowie die spätromanische Kirche in Lohra besucht.

Wegen der letzten, am 31. Oktober unternommenen Ausfahrt wird auf den Bericht über die Sitzung vorn 23. November verwiesen.

4. Zu Rinteln.

In der Sitzung am 22. August machte der Vorsitzende, Herr Gymnasial-Oberlehrer Dr. Hartmann, nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten einige Mittheilungen aus einem Nekrolog des „Wiener Centralvereins für Zucker-Industrie“ für seinen unlängst verstorbenen Dirigenten Dr. Otto Kohlrausch, der als berühmter Agrikultur-Chemiker in Oesterreich-Ungarn in sehr hohem Ansehen gestanden hat. Derselbe ist Rinteler Kind, geboren 1842 als Sohn des damaligen Gymnasiallehrers Dr. Kohlrausch. Den Nekrolog verdankt der Verein der Güte des Herrn Dr. Richard Wippermann zu Lützen. — Herr Gerichts-Assessor Dunker legte eine Menge von alten Drucken, Bildern, Proklamationen etc. vor, die er bei hiesigen Einwohnern

 

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