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gesammelt hatte. Von diesen seien folgende erwähnt: ein älteres Bild „Rinteln vom Todenmann aus“; Kleiderordnung der Fürstlich Hessischen Regierung zu Kassel vom 4. Juni 1773; Disciplinargesetze der Bürgergarde zu Rinteln (Kassel 1832): Waffenlied der Hessischen Bürgergarde, 1831; Regulativ, die hiesigen demolirten Festungswerke und deren Benutzung betreffend (Rinteln, den 12. May 1817); Formular eines Zunftbriefes des Amtes der Knochenhauer zu Rinteln mit dem Bilde Rintelns als Festung; verschiedene Leichenpredigten für einige hervorragende Schaumburger Persönlichkeiten aus diesem Jahrhundert.

Am 17. Oktober hielt Herr Gerichts-Assessor Dunker den ersten Theil eines Vortrage über die Gründung der Stadt Rinteln. Zunächst gab der Vortragende eine kurze Schilderung über die hiesige Gegend um das Jahr 900 n. Chr. und hob hervor, dass die jetzigen Dörfer Exten und Möllenbeck in jener Zeit Orte von ansehnlicher Grösse gewesen seien. Die Stelle, wo jetzt Rinteln steht, sei damals mit etlichen Fischerhütten besetzt gewesen und habe Bleckenstädt geheissen. Auch soll daselbst eine Kapelle, die Ringelklause, gestanden haben. Das Dorf Altrinteln, Ringtelen genannt, hat sich bereits im 12. Jahrhundert auf dem rechten Weserufer, etwa auf der Stelle, wo jetzt die Glashütte steht, befunden. Zuerst ist das Dorf Ringtelen in einer Urkunde aus dem 12. Jahrhundert genannt. In späteren Urkunden kommt der Name Ringtelen hin und wieder vor. Es ist anzunehmen, dass oberhalb des Dorfes eine Brücke über die Weser führte. Diese Brücke sollte jedenfalls den Verkehr mit Exten und Möllenbeck erleichtern. Altringtelen besass eine Kirche und ein Kloster. Graf Adolf IV. verlegte das Kloster auf das linke Weserufer und gründete daselbst Rinteln, dem er im Jahre 1239 das (Soester-) Stadtrecht verlieh. Das Kloster stattete Graf Adolf reich mit Gütern aus, u. a. schenkte er ihm die Rinteler Mühle. Ein Schloss befand sich vor dem Osterfelde, also südöstlich vom heutigen Rinteln. Die oben genannte Ringelklause soll nicht, wie bisher angenommen, an der Weser, sondern näher an der Exte, auf dem von Münchhausen’schen Hofe gestanden haben.

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