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IX

Herzogs Friedrich von Braunschweig, erwähnt und ist anzunehmen, dass die in Folge dieser Frevelthat entstandenen mehrjährigen Kämpfe die Lust an solchen Fehden in ihm erweckt hatten, die ihn dann in seinen langen Leben nicht wieder verlassen hat. Es wurden dann einzelne seiner Fehden und Raubzüge erwähnt und bemerkt, dass diese noch zahlreicher und heftiger wurden, als er im Jahre 1431 von dem Erzbischof Konrad von Mainz zum Vormunde seines Neffen Friedrich von Hertingshausen, des letzten männlichen Nachkommen seines Schwiegervaters bestellt wurde und nun in den Besitz der Hälfte von dessen reichen Besitzungen gelangte. Während sein Neffe auf der Naumburg verblieb, bezog er die Weidelsburg und erregte durch das hier von ihm geführte übermüthige und glänzende Leben den Neid und die Kampflust der benachbarten Ritter. Landgraf Ludwig der Friedfertige beschloss, da alle gütlichen Versuche an der Fehdelust Reinhards gescheitert waren, den fortwährenden Fehden desselben ein Ende zu machen. Landgräfliche und Mainzische Truppen rückten vor die Naumburg und die Weidelsburg, eroberten die erstere alsbald und die letztere nach 8 Tagen. Reinhard wurde nur durch Fürbitte der Schwester des Landgrafen sein Leben gerettet, er verlor aber den grössten Theil seiner Besitzungen. Tief niedergebeugt lebte er anfangs in Fritzlar, dann auf der Naumburg, nachdem Mainz ihm und seinem Neffen diese Burg zurückgegeben hatte. Er nahm dann noch an der mehrjährigen sogen. Bundesherrnfehde theil und starb im Jahre 1461 als landgräflicher Amtmann von Wolfhagen auf der Naumburg. Ueber seinen Nachlass entspann sich dann ein Rechtsstreit, welcher erst im Jahre 1487 sein Ende fand.

Ein weit würdigeres Andenken hat sich 200 Jahre später ein anderes Mitglied der von Dalwigk’schen Familie erworben. Johann Bernhard von Dalwigk, ein Sohn des im Jahre 1614 als Hofrichter in Marburg verstorbenen Johann von Dalwigk. Vier seiner Brüder hatten sich im dreissigjährigen Kriege als Führer hessischer Regimenter ausgezeichnet, namentlich die Reiterobersten Franz Elger und Curt in der Lützener Schlacht, in welcher sie wesentlich zur Entscheidung mit beitrugen.

 

 

 

 

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