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XXVII

Monatsversammlung am 26. September. An Stelle des nach Berlin verzogenen Oberstlieutenants a.D. Dahm wurde Landgerichtspräsident Koppen als stellvertretender Vorsitzender gewählt. Dr. Suchier hielt dem verstorbenen Ehrenmitglied Lehrer Schaak zu Grosskrotzenburg einer warmen Nachruf. Alsdann erstattete der vom Haupt- und Special-Verein nach Metz delegirte Dr. Wackermann Bericht über die dort abgehaltene Generalversammlung des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine.

Monatsversammlung am 17. Oktober 1889. Dr. Suchier sprach über ein altgermanisches Grab, das am 8. September Nachmittags durchsucht wurde. Es befand sich auf demselben Acker des Oekonomen Carl Seitz, wo im vorigen Jahre bereits zwei Gräber mit Steinpackung entdeckt waren. (Die Mittheilungen für 1888, Seite LXV und LXX, sowie die westdeutsche Zeitschrift Museographie über das Jahr 1888, Seite 254*). Man hatte damals einen Pflug verwendet, der tiefer ging als die früheren und war damit auf die Steine gestossen. Als man in diesem Jahre wieder an ein solches Hinderniss kam, hatte Herr Seitz die Güte, die Stelle unberührt zu lassen, den Vortragenden zu benachrichtigen und ihm die weitere Erforschung des Fundortes zu gestatten. So bot sich hier eine Gelegenheit, wie sie selten vorkommt, ein ganz intactes Germanengrab genau zu beobachten. Eine Steinbedeckung erstreckt sich von Norden nach Süden 2,25 Meter lang, l,10 bis 1,30 breit; sie begann sofort unter der 20 Centimeter dicken Humusschicht und reichte bis zum gewachsenen Boden l Meter tief unter der jetzigen Oberfläche, es waren zumeist Sandsteine, einzelne Quarze, doch auch viele Basalte, von verschiedener Grosse, ohne System hingeworfen, wie es der Zufall brachte. Unten ungefähr im Centrum lagen Scherben von 6 Thongefässen, südlich dabei ein Häuflein verbrannter Knochen, das sich etwa l Fuss weit verbreitete, fast gar keine Asche, ein Messer von reinem Kupfer, Holzstücke von der Scheide desselben, eine fast 4 Centimeter lange Pincette von Bronze, die

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*) Daselbst ist Seite LXXII, Z. 9, Hofmann zu berichtigen in Hostmann.

 

 

 

 

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