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vielleicht bei Öllampen gedient hatte, und ein räthselhaftes Bronzegeräth, wie das in der Fundstatistik von Trölsch, Seite 44, Nr. 85a, abgebildete. Die dort ausgesprochene Ansicht, es sei ein Rasiermesser, stiess auf allgemeinen Widerspruch. Es ist auch nicht das geringste. Anzeichen dafür, dass das Grab ein Mannesgrab war. Von den Thongefässen, die sämmtlich lückenhaft waren, liessen sich 3 wieder herstellen, nämlich (das grösste) ein weitbauchiger Topf, dessen Höhe 11½ cm. und grösster Durchmesser etwa 20 cm. betrug, ein 7 cm. hoher Napf und (das kleinste) ein hutförmiges Schälchen, nur 4½ cm. hoch mit merkwürdig breitem Rand (oben cm. äusserer Durchmesser). Keines der Gefässe hatte die Knochen verwahrt; diese lagen beisammen im blossen Sande, und an keiner Scherbe haftete eine Spur von Knochen. Fest steht die Thatsache, dass in dieses Grab kein ganzes Thongefäss gekommen war. Denn mit grösster Sorgfalt wurde jedes Stück aufgesucht: im Sande erhalten sich die Sachen am besten und Schutz gewährten ausserdem die Steine; es war alles noch da, nur entzwei gegangen. Nahe liegt daher die Annahme, dass man unvollständige und längst unbrauchbare Geräthe in die Grube warf und dann durch die Steine weiter zertrümmerte. Dabei ist indessen noch ein Umstand nicht zu übersehen: am Nordende fanden sich Fragmente, die wenig Zusammenhang hatten, ungefähr die Hälfte eines kleinen Topfes und über l Meter davon entfernt lag ein Stück, das an eines jener Fragmente passte. Es scheint daher, dass das Hinwerfen von Scherben die Hauptsache war, und dass man so verfuhr, wie beim Polterabend in Norddeutschland, wo theils kleine Scherben, theils altes Geschirr mit solcher Gewalt geworfen wird, dass daraus Scherben entstehen, je mehr, desto besser. Derselbe Sühnegebrauch liess sich in den beiden 1888 gefundenen Gräbern desselben Ackers erkennen. Die drei Gräber lagen in einer Linie und hatten etwa 15 Meter Abstand von einander. Das zuletzt entdeckte war das nördlichste, dem Frauengrab von 1888 zunächst. Letzteres war offenbar auch ein Brandgrab, dem von 1889 ganz gleichartig; dies beweisen vor allem die ähnlichen Thongefässe mit charakteristischen Abstufungen. Die zierliche Arbeit und besonders die dünnen

 

 

 

 

 

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